Mittwoch, 31. Mai 2017

Novene zum Heiligen Geist - Gebet von Kardinal Henry Newmann

Quelle: Wikipedia
O Gott, die Zeit ist voller Bedrängnis. Christus wird von vielen als Gott nicht mehr erkannt. Und doch - nie schritt Christus mächtiger durch die Zeit, nie war Sein Kommen deutlicher, nie Seine Nähe spürbarer, nie Sein Dienst köstlicher als jetzt. Darum laßt uns in diesen Augenblicken des Ewigen, zwischen Sturm und Sturm in der Zeit zu Dir beten:
"O Gott, Geist Gottes, Heiliger Geist! Du kannst das Dunkel erleuchten. Du kannst es allein. Amen.


entnommen aus: Aus dem Gebetsschatz der heiligen Kirche, A. M. Weigl, Regensburg 1973

Dienstag, 30. Mai 2017

Gedächtnis des hl. Felix I., Papstes und Martyrers

Er regierte von 269 bis 274 und führt, ohne den Martertod erlitten zu haben, den Namen Martyrer, weil er seine Glaubenstreue in vielerlei Leiden erprobt hat.


Oratio

Ewiger Hirte, schau huldvoll auf Deine Herde; behüte und schütze sie immerfort durch Deinen hl. Martyrer und Papst Felix I., den Du der ganzen Kirche als Hirten gewährt hast. Durch unsern Herrn.


entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Schule der Demut - Kurze Betrachtungen für alle Tage des Monats 30

Quelle-Wikipedia
30. Die Demut im Himmel


1. Gibt es einen Platz für die Demut bei den Heiligen des Himmels? Oder ist diese Tugend - wie Glauben und Hoffnung - nur dem Tale der Tränen vorbehalten? Es könnte scheinen, als ob im Himmel kein Grund zur Demut vorhanden sei - keine Sünden, keine Unvollkommenheiten, keine Mängel, nichts, was uns verdemütigen könnte. Und doch wird erst im Himmel unsere Demut vollkommen sein, denn erst da haben wir eine richtige Erkenntnis Gottes und unser selbst. Diese Erkenntnis wird uns zeigen unser Nichts, Gottes unendliche Vollkommenheit. Bei dieser Erkenntnis werden wir uns selbst ganz vergessen, so wie wir es auf Erden niemals vermögen, Gott aber wird uns alles in allem sein.

2. Wird diese Erkenntnis unser selbst schmerzlich sein? Nein, vielmehr eine Quelle ewiger Freude. Dann werden wir erst fähig sein, uns in Gott zu erfreuen; unser Glück wird durch keine Eigenliebe verdunkelt werden. Die Bewunderung Seiner vollendeten Schönheit wird uns ganz und voll beschäftigen; in der vollsten Abhängigkeit von ihm wird für uns die wahrste Unabhängigkeit bestehen. Sie wird uns gleichförmig machen dem Bilde des Gottessohnes, bei dem die größte Glorie der Menschheit aus der Abhängigkeit von Seiner göttlichen Natur hervorging.

3. Wir stellen uns die Engel und Heiligen gern vor, wie sie ihre Kronen vor dem Throne Gottes absetzen, auf die Knie fallen und: "Heilige, heilig, heilig, Gott der Heerscharen" singen. Wenn aber die höchste Würde und größte Freude der Heiligen darin besteht, vor dem Throne Gottes niederzufallen und Gott ihre Anbetung darzubringen, so können wir uns auf Erden wahrhaftig nie genug verdemütigen, da ja gerade die Akte der Demut unser Leben dem Leben im Himmel ähnlich gestalten und uns mit einer Freude erfüllen, die ein Vorgeschmack der himmlischen Seligkeit der Verklärten ist.


entnommen aus: Die Schule der Demut, R. F. Clarke SJ, Imprimatur Münster, 27. Februar 1900

Novene zum Heiligen Geist - Das Geheimnis des Kardinal Mercier

Quelle: Wikipedia
Ein Geheimnis der Heiligkeit und des Glücks möchte ich dir verraten. Bringe jeden Tag während 5 Minuten deine Einbildungskraft zum Schweigen. Verschließe deine Augen allen sichtbaren Dingen und deine Ohren allem Lärm der Welt. Halte Einkehr bei dir, und da, im Heiligtum deiner getauften Seele, die der Tempel des Heiligen Geistes ist, sprich also:

"O Heiliger Geist, Du Seele meiner Seele, ich bete Dich an. Erleuchte mich, führe mich, stärke mich, tröste mich! Laß mich wissen, was ich tun soll; gib mir Deine Weisungen. Ich verspreche Dir, mich ganz Deinen Anordnungen zu fügen, und alles anzunehmen, was mir nach Deinen Zulassungen geschehen kann. Laß mich nur Deinen Willen erkennen."

Wenn du das tust, wird dein Leben glücklich, ausgeglichen und trostvoll, selbst inmitten der Leiden; denn die Gnade wird der Prüfung angemessen sein, und mit Verdiensten gesegnet wirst du einmal die Schwelle der Ewigkeit überschreiten. Diese Hingabe an den Heiligen Geist ist das Geheimnis der Heiligkeit.

Kardinal Mercier
 
entnommen aus: Aus dem Gebetsschatz der heiligen Kirche, A. M. Weigl, mit kirchlicher Druckerlaubnis, Regensburg 1973

Montag, 29. Mai 2017

Flammen der Liebe - von der hl. Magdalena von Pazzi

Quelle: Wikipedia
O Liebe! Liebe! Liebe! Ich werde niemals aufhören, Dich zu lieben!

O Liebe, wie wenig erkennt man Dich! O Liebe, wie wenig liebt man Dich! Ach kommet, kommet ihr Seelen und liebet euren Gott! Liebet Gott, Liebet Gott!

O Liebe, wie kann es sein, dass die Liebe von ihren eigenen Geschöpfen nicht geliebt, ja nicht einmal erkannt wird?

O mein Jesus, hätte ich doch eine so starke Stimme, dass man sie hörte am äußersten Ende der Erde! Überall würde ich verkünden: „Erkennet die Liebe! Liebet die Liebe!“

Kommet, liebet Gott, der so sehr euch liebt! O Liebe, ich sterbe vor Schmerzen, da ich so wenig Dich erkannt und geliebt sehe! Seelen, die ihr erschaffen seid aus Liebe, warum liebt ihr nicht?




aus: Immanuel, Am großen Tag der Kommunion, von Dr. theol. Jakob Ecker, Verlag Ferdinand von Schöningh, mit Imprimatur, 1912

Schule der Demut - Kurze Betrachtungen für alle Tage des Monats 29

Quelle: Wikipedia
Hl. Martin von Tours
29. Die Früchte der Demut


1. Nichts verleiht einen so süßen Frieden wie die Demut. Im Anfange wird sie schwer; wir seufzen unter den Wunden, die der Stolz zu leiden hat, ehe er in uns vernichtet ist - aber eine heilige Ausdauer in der Übung der Demut wird über die Seele eine so süße, friedliche Ruhe verbreiten, daß schon in diesem Leben die Seele anfängt, die Freuden des himmlischen Paradieses zu kosten. Leiden, Enttäuschungen, lieblose Behandlung, Ungerechtigkeiten, Beleidigungen stören nicht den süßen Frieden dessen, der wahrhaft demütig ist; beständig empfindet er die Wahrheit der Worte des Heilandes: "Lernet von mir, ich bin sanftmütig und demütig von Herzen. Dann werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen, denn mein Joch ist süß und meine Bürde ist leicht."

2. Die Demut ist  eins der besten Mittel gegen die Angriffe des bösen Geistes. Der Demütige kann mit dem Heiland sagen: "Der Fürst dieser Welt kommt und hat nichts an mir." Mit dem sterbenden heiligen Martin kann er ausrufen: "Warum bist du hier, du höllischer Geist? Du findest nichts an mir." Bei einem Demütigen kann der Teufel in der Tat nichts ausrichten. Er nährt stets in sich das Gefühl der Abhängigkeit von Gott, und darum hat keine Versuchung Macht über ihn.

3. Die Demut ist die Wurzel aller anderen Tugenden. Der Demütige ist liebreich gegen andere; er denkt nie an sich selbst, will alles für Gott tun. Er ist darum voll Eifer, handelt vorsichtig, verläßt sich stets auf Gott, nie auf sich selbst: er ist ein Mann des Gebets, da er bei allem Gott sucht; er ist reinen Herzens, wünscht in nichts sich selbst zu gefallen, sondern strebt nur darnach, Gott Freude zu machen. - Sind diese Zeichen der Demut bei mir vorhanden?


entnommen aus: Die Schule der Demut, R. F. Clarke SJ, Imprimatur Münster, 27. Februar 1900

Novene zum Heiligen Geist - Gebet von Kardinal Henry E. Manning

Quelle: Wikipedia
O Gott Heiliger Geist, den ich verachtet, betrübt und zurückgewiesen habe von meiner Kindheit bis zum heutigen Tage, offenbare mir Deine Persönlichkeit, Deine Gegenwart, Deine Macht! Laß mich erkennen Deine siebenfachen Gaben - den Geist der Weisheit und des Verstandes, des Rates und der Stärke, der Wissenschaft, der Frömmigkeit und der Furcht Gottes. O Du, der Du bist der Geist des Vaters und des Sohnes, der Du taufest mit Feuer und gießest aus die Liebe Gottes in unsere Herzen, gieße aus Deine Liebe in mein Herz! Eines, o Herr, habe ich verlangt von Dir - das will ich suchen, nicht Reichtum, Rang, Macht, irdisches Heim und irdisches Glück -, aber einen Strahl dieses heiligen Lichtes, einen Funken dieses heiligen Feuers, das mich entzünde, und mich ganz in das Feuer der Liebe versenke! Laß diese heilige Feuer in mir aufleuchten, daß es in mir jeden Rest der Sünde an Leib und Seele austilge. Reinige mich siebenfach mit Deinen Gaben! Mache aus mir ein heiliges und ganz angenehmes Opfer! Entzünde mich mit Eifer und laß mich zerfließen in Buße, daß ich möge leben das Leben und sterben den Tod eines wahrhaft bußfertigen Sünders. Amen


Kardinal Henry Edward Manning
 
 
entnommen aus: Aus dem Gebetsschatz der heiligen Kirche, A. M. Weigl, kirchliche Druckerlaubnis Regensburg 1973

Sonntag, 28. Mai 2017

Fest des hl. Augustinus, Bischofs und Bekenners

Quelle: Wikipedia
Er war Abt eines Benediktinerklosters in Rom und wurde im Jahre 597 von Gregor d. Gr. mit 40 Mönchen zur Bekehrung der Angelsachsen nach England geschickt. Schon bald ließ sich König Ethelbert  von Kent mit seinem Volke taufen. Als erzbischöflicher Sitz erwählte Augustinus die Abtei Canterbury. Er wird Apostel von England genannt. Er starb 604.


Epistola (1 Thess. 2, 2-9)

Brüder! Im Vertrauen auf unsern Gott haben wir euch das Evangelium Gottes mit vieler Sorgfalt verkündet. Unsere Predigt kommt nicht aus irrriger, unlauterer oder arglistiger Absicht. Da wir vielmehr von Gott würdig erfunden wurden, mit dem Evangelium betraut zu werden, so reden wir, nicht um Menschen zu gefallen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft. Denn niemals traten wir mit schmeichelnden Worten auf, wie ihr wißt, oder mit verstecktem Geize. Gott ist uns Zeuge dafür. Auch trachteten wir nie nach Menschenehre, weder bei euch noch bei andern. Und obwohl wir als Apostel Christi bei euch hätten machtvoll auftreten können, so waren wir doch wie Kinder in eurer Mitte, wie eine Mutter ihre Kinder pflegt. Wir sehnten uns nach euch und wünschten von Herzen, euch nicht nur das Evangelium Gottes zu schenken, sondern selbst unser Leben; so lieb waret ihr uns geworden. Ihr erinnert euch, Brüder an unsere Mühen und Beschwerden; Tag und Nacht arbeiteten wir (mit eigener Hand), um keinem von euch zur Last zu fallen. So predigten wir euch das Evangelium Gottes.


entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Vater unser

Vater unser, der Du bist im Himmel,
geheiliget werde Dein Name;
zu uns komme Dein Reich;
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel,
also auch auf Erden!
Unser tägliches Brot gib uns heute;
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern;
und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Übel. Amen


lateinisch

Pater noster, qui es in Caelis:
Santificétur nomen tuum:
Advéniat regnum tuum:
Fiat volúntas tua, sicut in caelo et in terra.
Panem nostrum quotidiánum da nobis hodie:
Et dimítte nobis débita Nostra, sicut et nos
dimíttimus debitóribus nostris.
Et ne nos inducas in tentatiónem.
Sed líbera nos a malo.
Amen.

entnommen Schott Meßbuch Imprimatur 1958

Quelle: Billerantik

Schule der Demut - Kurze Betrachtungen für alle Tage des Monats 28

Quelle: Wikipedia
Hl. Dominikus
28. Vorbilder der Demut (die Heiligen)


1.  Einige Heilige haben sich besonders in diesen, andere in jenen Tugenden ausgezeichnet - alle aber in der Tugend der Demut. Die Helden des Reiches Gottes - sowohl des alten als auch des neuen Testamentes - unterscheiden sich von den Helden des Heidentums - durch die Tugend der Demut. Abraham nennt sich Staub und Asche, Job erkennt sich an als ein Nichts vor dem höchsten Gott - David nimmt mit dank die Heimsuchung an, die die Hand Gottes ihm auferlegt - Daniel bekennt, daß er sein Angesicht vor Scham und Verwirrung verhüllen muß. Wir sehen also, daß schon die Heiligen des alten Bundes, die noch nicht das Beispiel Jesu und Maria vor Augen hatten, so demütig waren.

2. Noch mehr zeichnen sich die Heiligen des neuen Bundes durch Demut aus. St. Paulus hält und erklärt sich für den größten Sünder, - der heilige Bernardin kann nicht begreifen, daß Gott durch die Hand eines solchen Elenden Wunder wirkt. Ehe der heilige Dominikus in eine Stadt trat, pflegte er Gott zu bitten, daß er dieselbe um seiner Sünden willen doch nicht heimsuchen möchte. Philipp Neri liebte es, den Schein des Lächerlichen auf sich zu ziehen. Als der heilige Franz Borgias eines Tages ins Angesicht gespieen wurde, bemerkte er, daß man keinen passenderen Ort hätte finden können. Vergleiche die Demut der Heiligen mit deinem Stolze und erniedrige dich vor Gott.

3. Die Heiligen übertrieben keineswegs, wenn sie solche Gesinnungen bekundeten. Sie sagten sich, daß, wenn Gott den größten Sündern die Gnaden gegeben hätte, die er ihnen verliehen, solche es vielleicht zu noch größerer Heiligkeit gebracht haben würden. Ja, denke an deine empfangenen Gnaden! Wie oft hast du sie vernachlässigt und verschwendet! Wenn die Heiligen über die verlorenen Gnade also seufzten und klagten, wie viel Grund hast du, dich zu verdemütigen!



entnommen aus: Die Schule der Demut, R. F. Clarke SJ, Imprimatur Münster, 27. Februar 1900

Novene zum Heiligen Geist - Gebet Leo XIII.

Quelle: Wikipedia
Heiliger Geist, Du Schöpfer, steh der katholischen Kirche gnädig bei! Gib ihr durch Deine Himmelskraft Stärke und Festigkeit wider die Anstürme ihrer Feinde! Erneuere durch Deine Liebe und Gnade den Geist Deiner Diener, die Du gesalbt hast, damit sie in Dir den Vater verherrlichen und Seinen eingeborenen Sohn Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.

Papst Leo XIII.
 
entnommen aus: Aus dem Gebetsschatz der heiligen Kirche, A. M. Weigl, mit kirchlicher Druckerlaubnis, Regensburg 1973


Samstag, 27. Mai 2017

Schule der Demut - Kurze Betrachtungen für alle Tage des Monats 27

27. Vorbilder der Demut (Die hl. Gottesmutter)


1. Wer von allen Adamskindern hat sich wohl so der Demut beflissen, wie die allerseligste Jungfrau? Obschon frei von aller Sünde und Unvollkommenheit, hat sie sich doch verdemütigt, wie einer der größten Sünder. Wie kam das? Weil niemand so wie sie die eigene Unwürdigkeit in den Augen Gottes erkannte. Das ist das festeste Fundament für die Demut. Eben weil wir nicht unsern eigenen Unwert und den Mangel an jeglichem Guten in uns erkennen wollen, darum fehlt es uns so sehr an Demut.

2. Weil Maria ein Recht auf den höchsten Platz hatte, suchte sie immer den niedrigsten. So geht es immer und überall. Diejenigen, welche den niedrigsten Platz verdienen, streben nach dem höchsten; die aber, welchen der höchste zukäme, suchen den geringsten. Es sind die Feinde Gottes, die hier triumphieren und herrschen wollen; seine Freunde erkennen den geringsten Platz als den, der ihnen zukommt. Prüfe dich hiernach, ob du zu Gottes Freunden oder Feinden gehörst!

3. Marias Demut ging aus dem Wunsche hervor, ihrem Sohne in allem gleichförmig zu werden. Sie setzte sich in ihrer Demut unter alle, würde sich noch mehr erniedrigt haben, wenn es ihr möglich gewesen wäre. "Sieh , ich bin eine Magd des Herrn", antwortete sie dem Engel, als sie zur Gottesmutter erhoben ward. Wo ihr Sohn verherrlicht wurde, finden wir Maria nicht, bei Seiner tiefsten Erniedrigung aber - unter dem Kreuze - stand Maria. Wenn Maria meine Königin und Mutter ist, will ich suchen ihr nachzufolgen. Wenn die unbefleckte Gottesmutter sich so verdemütigte, wie tief muß nicht ich - armer Erdenwurm - mich dann erniedrigen!


entnommen aus: Die Schule der Demut, R. F. Clarke SJ, Imprimatur Münster, 27. Februar 1900

Fest des hl. Beda des Ehrwürdigen, Bekenners und Kirchenlehrers

Quelle: Wikipedia
673 oder 674 geboren trat er mit 7 Jahren in das Benediktinerkloster Wearmouth. Eine Frucht seines ganz dem Gebet und dem Studium geweihten Lebens waren zahlreiche Theologische Schriften. Viele seiner Homilien werden im kirchlichen Stundengebet gelesen. Er starb 735 in  England.


Oratio

O Gott, Du verherrlichst Deine Kirche durch die Gelehrsamkeit Deines hl. Bekenners und Lehrers Beda: so verleihe denn gnädig Deinen Dienern, daß seine Weisheit sie immerdar erleuchte und seine Verdienste ihnen Hilfe bringe. Durch unsern Herrn.


entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Novene zum Heiligen Geist - Veni Creator Spiritus

Quelle: Wikipedia
Komm, Schöpfer, Geist, kehr bei uns ein,
besuch das Herz der Kinder Dein!
Erfüll' uns all mit Deiner Gnad',
die Deine Macht erschaffen hat.

Der Du der Tröster wirst genannt,
vom höchsten Gott ein Gnadenpfand,
Du Lebensstrom, Licht Lieb' und Glut,
der Seele Salbung, höchstes Gut.

O Schatz der siebenfältig ziert,
o Finger Gottes der uns führt.
Geschenk vom Vater zugesagt,
Du Der die Zungen reden macht.

Zünd an in uns Dein Gnadenlicht,
gieß' Lieb' ins Herz, die ihm gebricht.
Stärk' unsres Leibs Gebrechlichkeit,
mit Deiner Kraft zu jeder Zeit.

Treib weit von uns des Feinds Gewalt,
in Deinem Frieden uns erhalt;
daß wir geführt von Deinem Licht,
in Sünd' und Leid verfallen nicht.

Gib, daß durch Dich den Vater wir
und auch den Sohn erkennen hier,
und daß als Geist von beiden Dich
wir allzeit glauben festiglich.

Lob sei dem Vater auf dem Thron
und seinem auferstandenen Sohn,
dem Heiligen Geist auch allezeit,
von nun an bis in Ewigkeit. Amen.

V. Sende aus Deinen Geist und alles wird neu geschaffen.

R. Und Du wirst das Angesicht der Erde erneuern.


Pfingsthymnus des heiligen Rhabanus Maurus
 
 
entnommen aus: aus dem Gebetsschatz der Kirche, A. M. Weigl, kirchliche Druckerlaubnis Regensburg 1973

Freitag, 26. Mai 2017

Die Andacht des heiligen Philipp Neri zur allerseligsten Jungfrau Maria

Wer Jesus liebt und ehrt, der liebt und ehrt auch seine heilige Mutter. Alle Heiligen waren eifrige Diener der heiligen Mutter Gottes, auch Philipp Neri. Er nannte sie nur seine liebe Mutter, seine Liebe, seinen Trost. Sein gewöhnliches, beständiges Gebet zur heiligen Jungfrau war:

„Jungfrau Maria, Mutter Gottes, bitte Jesus für mich! O Jungfrau und Mutter!"


Mit diesem kurzen Gebete, sprach er, werde die höchste Würde der Jungfrau ausgedrückt und verkündet. Seine Schüler mussten täglich 63mal dieses Gebet wiederholen, und daraus der heiligen
Jungfrau eine Krone flechten. Seine Beichtkinder und besonders jene, welche gegen die heilige Reinheit versucht wurden, lehrte er dieses Gebet verrichten, empfahl es ihnen und sie erfuhren jedesmal wunderbare Hilfe.

Christliche Seele, bete auch du dieses kleine Gebet recht oft, und du wirst bald wunderbare Wirkungen empfinden!

Der heilige Philipp behauptete von sich selbst, dass er von Maria unzählbare Wohltaten empfangen und besonders gegen die Anfälle des Teufels wunderbare Hilfe erhalten habe. Die heilige Maria erschien ihm öfters; einige Zeit vor seinem Tode machte sie ihn auf der Stelle gesund; auch anderen erlangte er durch ihre Fürbitte die Gesundheit und Hilfe in ihren Nöten.

Einer seiner liebsten Jünger, der fromme und gelehrte Cäsar Baronius, wurde zum Tode krank. Da rief der heilige Philippus mit heißer Inbrunst zu Jesus:
„Ich bitte, ich will, dass Cäsar gesund werde." Sein Gebet aber war vergeblich; da wandte sich der Heilige zu Maria und sein Flehen wurde durch ihre Fürbitte erhört; Cäsar wurde auf der Stelle gesund! —
Wegen solcher Gunstbezeugungen, die ihm Maria erwies, schärfte er daher seinen Schülern und Beichtkindern beständig ein:

„Meine Kinder! ehret die Mutter Gottes, liebet Maria!"Willst du nicht auch Maria, die liebe, süße, gütige Frau und Mutter ehren und lieben? Ach, wie unglücklich wärest du, wenn du Maria nicht liebtest; du kannst ohne sie nicht Jesus lieben und wirst nicht selig werden!!

alles aus:
Legende von den lieben Heiligen Gottes. Nach den besten Quellen bearbeitet und herausgegeben. Stadtpfr. Georg Ott, mit oberhirtlicher Gutheißung, Verlag F. Pustet, 1858

Novene zum Heiligen Geist - Veni Sancte Spiritus

Quelle: Wikipedia
Mit dem heutigen Tage, an dem der Herr die Erde mit dem Himmel vertauscht hat, beginnt die Vorbereitung auf das heilige Pfingstfest. Schließen wir uns jener rührenden Novene (neuntägiges Gebet)im Abendmahlsaale zu Jerusalem an, wo die Apostel vom Ölberg zurückgekehrt mit Maria einmütig im Gebete verharrten und um den Heiligen Geist flehten.


Sequentia

Komm, o Geist der Heiligkeit!
Aus des Himmels Herrlichkeit
Sende Deines Lichtes Strahl!

Vater aller Armen Du,
Aller Herzen Licht und Ruh',
Komm mit Deiner Gaben Zahl!

Tröster in Verlassenheit,
Labsal voll der Lieblichkeit,
Komm, Du süßer Seelenfreund!

In Ermüdung schenke Ruh',
In der Glut hauch Kühlung zu,
Tröste den, der trostlos weint.

O Du Licht der Seligkeit,
Mach Dir unser Herz bereit,
Dring in unsre Seelen ein.

Ohne Dein lebendig Wehn,
Nichts im Menschen kann bestehn,
Nichts ohn' Fehl und Makel sein.

Wasche, was beflecket ist,
Heile, was verwundet ist,
Tränke, was da dürre steht.

Beuge, was verhärtet ist,
Wärme, was erkaltet ist,
Lenke, was da irre geht.

Heiliger Geist, wir bitten Dich,
Gib uns allen gnädiglich
Deiner Gaben Siebenzahl.

Spende uns der Tugend Lohn,
Laß uns stehn an Deinem Thron,
Uns erfreun im Himmelsaal. Amen

(Pfingstsequenz aus dem Missale)
 
entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Schule der Demut - Kurze Betrachtungen für alle Tage des Monats 26

Quelle: Wikipedia
26. Vorbilder der Demut (Jesus Christus)


1. Vergleichen wir die Demut unsers Heilandes mit dem geringen Grade, dessen wir uns zu besitzen rühmen, so scheint es, als ob diese Tugend bei uns diesen Namen gar nicht verdiene. Er - der allmächtige Gott - hat sich erniedrigt zum armseligen Menschenkinde. Ein solche Akt der Demut war eine unendliche Erniedrigung und hatte in den Augen Seines Vaters einen unendlichen Wert. Das göttliche Wort entäußerte sich all Seiner Glorie und Herrlichkeit und wurde ein armes, schwaches Menschenkind. Das war in der Tat ein Wunder der Demut. Worin besteht dagegen unsere Demut? In nichts anderem, als daß wir uns dahin stellen, wohin wir gehören. Wenn ich mich demütige, so zerstöre ich in mir einfach die falsche Meinung, etwas zu sein oder zu gelten.

2. Unser göttlicher Heiland war nicht damit zufrieden, sich in Knechtsgestalt zu hüllen, Er suchte noch jede Art von Zurücksetzung und Verdemütigung auf. Er ließ sich behandeln als einen Toren, als einen vom Teufel Besessenen, als Betrüger, Verführer, Gotteslästerer, Verbrecher. Alles dieses trug er schweigend mit Geduld und Sanftmut. Ist es nicht sonderbar, daß ich vor dem zurückschrecke, was der Sohn Gottes, als der menschlichen Natur zuvorkommend, so geduldig annahm?

3. Er tat noch mehr als das. "Alle unsere Sünden hat Er auf sich genommen." Ja Er belud sich mit den Sünden der ganzen Welt und fand darin einen neuen Grund, sich vor Deinem himmlischen Vater zu verdemütigen. Wenn Er - das unbefleckte Lamm Gottes - hierdurch gleichsam Gründe zur Verdemütigung, zur Erniedrigung suchte, - wie bin ich Ihm da so unähnlich, indem ich alles vermeide, was mich verdemütigt!

entnommen aus: Die Schule der Demut, R. F. Clarke SJ, Imprimatur Münster, 27. Februar 1900

Fest des hl. Philipp Neri, Bekenners

1515 zu Florenz geboren, wurde er mit 36 Jahren Priester und lebte in freiwilliger Armut und glühender Gottesliebe nur dem Dienste der Seelen. Später war er Generaloberer der von ihm gegründeten Oratorianer in Rom. Sein Verdienst war die Erneuerung des kirchlichen Lebens in der Ewigen Stadt, besonders die Neubelebung des häufigen Empfanges der hl. Kommunion. Er starb 1595 zu Rom und ist auch heute noch eine der beliebtesten Heiligengestalten Roms.


Introitus

Gottes Liebe ist ausgegossen in unseren Herzen durch Seinen Geist, der in uns wohnt: Alleluja, alleluja.
Lobsinge dem Herrn meine Seele, alles in mir singe das Lob Seines heiligen Namens.


Graduale

Kommet, ihr Kinder, höret mich; die Furcht des Herrn will ich euch lehren. Nahet euch Ihm, ihr sollt strahlen vor Freude, nicht wird euer Antlitz in Enttäuschung erröten.
Alleluja, alleluja.
Er sandte Feuersglut vom Himmel her in mein Gebein. Er hat mich unterwiesen . Alleluja.


Offertorium

Ich lief den Weg Deiner Gebote; denn Du hast weit gemacht mein Herz. Alleluja.


entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Donnerstag, 25. Mai 2017

Schule der Demut - Kurze Betrachtungen für alle Tage des Monats 25

Quelle: Wikipedia
Pharisäer und Zöllner

25. Demut beim Gebet



1. Wohl wünschen wir. daß Gott unsere Bitten erhört, unsere Wünsche erfüllt. Er ist auch stets dazu bereit. Die Hindernisse sind immer auf unserer Seite, und eins der größten ist der Mangel an Demut. Wenn Gott den Stolzen widersteht, so wird er sicher nicht ihre Gebete erhören; will ich also, daß Gott mich erhöre, so muß ich mich vor ihm demütigen. Dann, und nur dann wird mein Gebet das Ohr des allmächtigen Gottes erreichen. "Das Gebet des Demütigen dringt durch die Wolken."

2. Eine der gefährlichsten Arten von Stolz ist die Überhebung über andere, und wir müssen sehr auf der Hut sein, daß wir uns vor diesem verderblichen Fehler schützen. Als der selbstbewußte Pharisäer Gott dankte, daß er besser sei als der Zöllner, bedachte er nicht, daß er durch sein Gebet Gott geradezu beleidigte. Der Stolz war es eben, der ihn verblendete. So verblendet er auch uns, und wir bedenken nicht, daß, wenn wir uns beim Gebete im geheimen beglückwünschen, daß wir frei von gewissen Fehlern sind, die wir an unserem Nächsten bemerken, wir Gott mißfallen, ihn beleidigen.

3. Wie sollen wir den beim Gebete die Demut üben? Indem wir dabei an unser Sündenelend denken, an die vielen Gnaden, die uns Gott verleihen, die wir aber in Undankbarkeit und Treulosigkeit verschwendet haben.



entnommen aus: Die Schule der Demut, R. F. Clarke SJ, Imprimatur Münster, 27. Februar 1900

Fest des hl. Gregor VII., Papstes und Bekenners

Quelle: Wikipedia
Er war um 1020 in Tuscien geboren, hieß als Benediktiner von Cluny Hildebrand, war Berater von fünf Päpsten und wurde dann der Nachfolger Alexanders II. Mit Kraft verteidigte er im sog. Investiturstreit die Rechte der Kirche gegen den deutschen König Heinrich IV. Er mußte vor diesem fliehen und starb in der Verbannung zu Salerno 1085.


Oratio

O Gott, Du Stärke derer, die auf Dich hoffen, Du hast Deinen hl. Bekenner und Papst Gregor mit ausdauernder Kraft gestärkt, damit er die Freiheit der Kirche schütze; so laß uns kraft seines Beispiels und seiner Fürsprache alle Widerstände tapfer überwinden. Durch unsern Herrn.


entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Christi Himmelfahrt

Quelle:Wikipedia
Die Himmelfahrt des Heilandes ist die Krönung und Vollendung Seines gottmenschlichen Lebens auf Erden. Unter den Siegesgesängen der vereinigten Himmelschöre öffnen sich für Ihn die Tore des Himmels; mit Seiner verklärten Menschheit, begleitet von den Erstlingen der Erlösung, den Vätern aus der Vorhölle, tritt Jesus als König ein in die blendende Gottesherrlichkeit. Statt mit der schimpflichen Dornenkrone ist er nun mit "Ehre und Herrlichkeit" gekrönt. Er sitzt auf dem höchsten Throne und hat von Seinem Vater die unumschränkte Herrschergewalt erhalten über alle Völker der Erde. Als mitleidsvoller, mit unseren Schwachheiten vertrauter Hoherpriester zeigt Er dem Vater ohne Unterlaß die Wundmale, die Er auch in Seiner Verklärung beibehalten wollte, und bewegt Ihn dadurch zum Erbarmen. Er ist unser Fürsprecher beim Vater. (1 Joh., 2, 1)


Introitus

Ihr Männer von Galiläa, was schaut Ihr staunend auf zum Himmel? alleluja. Wir ihr Ihn sahet auffahren zum Himmel, so wird ER wiederkommen, alleluja, alleluja, alleluja. Ihr Völker alle, klatschet in die Hände, jubelt zu Gott mit lautem Jauchzen. Ehre sei.


Oratio

Allmächtiger Gott, wir bekennen gläubig, daß am heutigen Tag Dein Eingeborener, unser Erlöser, zum Himmel aufgefahren ist, und bitten nun: gib, daß auch wir selbst mit unserem Geiste im Himmel wohnen. Durch Ihn, unsern Herrn.


Präfatio

Es ist in Wahrheit würdig und recht, billig und heilsam, Dir immer und überall dankzusagen, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott: durch Christus, unsern Herrn. Nach Seiner Auferstehung ist Er all Seinen Jüngern im Lichtglanz erschienen: vor ihren Blicken hat Er Sich in den Himmel erhoben, um uns Teilnahme an Seinem göttlichen Leben zu gewähren. Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln, mit den Thronen und mit der ganzen himmlischen Heerschar den Hochgesang Deiner Herrlichkeit und rufen ohne Unterlaß: Heilig, Heilig ...



entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Mittwoch, 24. Mai 2017

Vigil von Christi Himmelfahrt

Quelle:Wikipedia
Evangelium nach Johannes (17, 1-11)

In jener Zeit erhob Jesus die Augen zum Himmel und sprach: "Vater die Stunde ist gekommen. Verherrliche Deinen Sohn, damit Dein Sohn Dich verherrliche. Ihm hast Du ja die Macht gegeben über alle Menschen, damit Er allen, die Du Ihm anvertraut hast, ewiges Leben verleihe. Das aber ist das ewige Leben, daß sie Dich erkennen, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus. Ich habe Dich verherrlicht auf der Erde und das Werk vollbracht, das zu vollbringen Du Mir aufgetragen hast. Und nun verherrliche Mich Deinerseits, Vater, (nach meiner menschlichen Natur) mit der Herrlichkeit, die Ich bei Dir hatte, ehe die Welt ward. Ich habe Deinen Namen den Menschen geoffenbart, die Du Mir aus der Welt gegeben hast. Dein waren sie; Mir hast Du sie gegeben, und sie haben Dein Wort bewahrt. Jetzt haben sie erkannt, daß alles, was Du Mir gegeben hast, von Dir ist. Denn die Worte, die Du Mir gegeben hast, habe Ich ihnen anvertraut. Sie haben sie angenommen und wahrhaft erkannt, daß ich von Dir ausgegangen bin, und glauben, daß Du Mich gesandt hast. Für sie bitte Ich. Nicht für die Welt bitte Ich, sondern für sie, die Du Mir gegeben hast; denn sie sind Dein, und all das Meinige ist Dein, und das Deinige Mein; und in ihnen bin Ich verherrlicht. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber  sind in der Welt, und Ich komme zu Dir."


entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur


Lassen Sie uns beten für Papst Franziskus, der dem Islam seinen Respekt bezeugt, und damit gegen das 1. Gebot sündigt, anstatt die Häretiker zu Christus zu bekehren, was sein Amt und sein Auftrag ist, um Christi Blut willen.

Schule der Demut - Kurze Betrachtungen für alle Tage des Monats 24

Quelle: Wikipedia
Pharisäer und Zöllner
24. Erkenntnis der Demut


1. Wie können wir wissen, ob wir wirklich demütig sind? Wenn wir glauben, wir seien demütig, so können wir ganz sicher sein, daß wir es nicht sind. Es gibt kein gewisseres Zeichen von Stolz, als die Annahme, daß wir frei davon sind. Welcher Heilige lebte je, der nicht anerkannte und bekannt hätte, daß der Stolz in ihm wurzele. Ein Heiliger, der sich für wirklich demütig hält, ist kein Heiliger. - Wie weit geht hier meine Selbsterkenntnis?

2. Wenn ich finde, daß ich mit Geduld, ja mit Liebe Widersprüche, Angriffe, kränkende Bemerkungen u. a. von andern annehme, so ist das ein gutes, allerdings noch kein sicheres Zeichen, daß ich demütig bin. Ein Stolz, der die Demut nachäffen will, macht einen Menschen auch manchmal gleichgültig gegen das, was andere ihm zufügen. Ein solcher will sich dann gleichsam erhaben zeigen über alles - gleichgültig gegen die Meinung, die man von ihm hegt. - ist aber weit entfernt von der wahren Demut. - Auch ist Gleichgültigkeit gegen Ehre und lob noch kein Beweis für unsere Demut, diese kann im Gegenteil von Stolz, vom Geiste der Selbstzufriedenheit herrühren.

3. Wenn aber jemand erstens sich selbst als stolz erkennt, zweitens es haßt, von andern gelobt und geehrt zu werden, drittens nach Demütigungen verlangt, ja darum betet und endlich viertens überzeugt ist, daß er den schlechtesten, niedrigsten Platz verdient: dann darf er hoffen, daß er den Weg betreten hat, der ihn mit Gottes Gnade zur Tugend der Demut führt. Prüfe dich und danke Gott für jeden Fortschritt in dieser Tugend, bereue alle Fehler gegen dieselbe!


entnommen aus: Die Schule der Demut, R. F. Clarke SJ, Imprimatur Münster, 27. Februar 1900

Dienstag, 23. Mai 2017

Schule der Demut - Kurze Betrachtungen für alle Tage des Monats 23

23. Demut bei Mißerfolg


1. Es mag nach dem Vorhergehenden leicht erscheinen, demütig zu sein bei Mißerfolg und Enttäuschungen, aber es ist in Wirklichkeit nicht so leicht. Mißerfolge verwunden unseren Stolz; und verwundeter Stolz ist für manchen hart. Zorn, Ärger, der Wunsch sich zu rächen an denen, welchen wir die Schuld unserer Mißerfolge zuschreiben, alles dieses gärt gleichsam in ihm, oder aber er ist niedergeschlagen, mutlos, willens alle weiteren Bestrebungen aufzugeben. Frage dich selbst, welche Wirkungen solche Mißerfolge bei dir haben!

2. Und doch sind gerade Mißerfolge und Enttäuschungen so nützlich für unsere Seelen. Unter dem Drucke derselben können wir dann kaum anders als eine geringe Meinung von uns selber hegen und Geduld und Ausdauer lernen. Obschon sie unserer Natur hart ankommen, führen sie uns doch eher zur Demut, als Erfolge, die unserer Seele weit gefährlicher sind. Danke also Gott für die Mißerfolge!

3. Welches sollen nun unsere Gesinnungen sein bei Mißerfolgen und Enttäuschungen? Erstens dürfen wir uns nicht niederdrücken und entmutigen lassen, sondern müssen immer wieder anfangen. Zweitens sollen wir nicht andere tadeln, die vielleicht mehr oder weniger Schuld tragen. Drittens müssen wir es unserer eigenen Fehlerhaftigkeit zuschreiben oder den gerechten Strafgerichten Gottes, Der uns züchtigen will. Viertens müssen wir Gott danken, ihm alles aufopfern und ihn bitten, uns immer demütiger zu machen. Fünftens müssen wir uns erinnern, daß es für die, welche Gott wahrhaft lieben, überhaupt keine Mißerfolge gibt, sondern daß auch diese denen, die Gott lieben, zum besten gereichen.



entnommen aus: Die Schule der Demut, R. F. Clarke SJ, Imprimatur Münster, 27. Februar 1900 

Montag, 22. Mai 2017

Rogationsmesse - Bittamt

Vor dem II. Vatikanischen Konzil waren die Werktage vor Christi Himmelfahrt Bittage, die mit Bittprozessionen begangen wurden.


Quelle: Wikipedia - Dürer
Evangelium nach Lukas (11, 5-13)

In jener Zeit sprach Jesus zu Seinen Jüngern: "Nehmen wir an, einer von euch hat einen Freund, zu dem er um Mitternacht geht und spricht: Freund, leihe mir drei Brote; denn ein Freund von mir ist auf der Reise zu mir gekommen und ich habe ihm nichts vorzusetzen. Jener aber antwortet von drinnen: Laß mich in Ruh! Die Tür ist verschlossen, und meine Kinder sind bei mir in der Kammer; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben. Läßt nun jener nicht nach zu klopfen, so sage Ich euch: wenn der andere auch nicht darum aufsteht und ihm gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er nötig hat. Darum sage Ich euch: Bittet, so wird euch gegeben werden; suchet und ihr werdet finden; klopfet an und es wird euch aufgetan. Denn jeder, der bittet, empfängt, und wer sucht, der findet, und wer anklopft, dem wird aufgetan. Wenn einer von euch seinen Vater um Brot bittet, wird er ihm einen Stein geben? Oder um einen Fisch, wird er ihm statt des Fisches eine Schlange geben? Oder wenn er um ein Ei bittet, wird er ihm einen Skorpion reichen? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wißt, wie viel mehr wird euer Vater den guten Geist denen vom Himmel geben, die Ihn darum bitten!"


entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur


Schule der Demut - Kurze Betrachtungen für alle Tage des Monats 22

22. Demut bei Erfolg


1. Als St. Petrus und seine Gefährten bei dem Worte Jesu ihre Netzte auswarfen und den wunderbaren Fischzug taten, warf Petrus  sich auf seine Knie und rief demütig aus: "gehen von mir, Herr, ich bin ein sündiger Mensch." Der glückliche Erfolg, statt ihn Stolz zu machen, ließ ihn seine Sündhaftigkeit und Unwürdigkeit erst voll und ganz erkennen. Dieses sollten auch die Erfolge, die wir erringen, zu Wege bringen - uns selbst zu verdemütigen und uns für unwürdig zu halten all der Gnaden, die Gott uns erweist.

2. Der Erfolg darf uns allerdings wohl ermutigen. Wir können ja nicht umhin, uns seiner zu freuen, und es würde töricht sein, ihn ableugnen zu wollen. Wir müssen uns da den Geist des hl. Bernhard aneignen, der die Gaben, womit ihn der liebe Gott überschüttet hatte, dankbar anerkannte, dabei sich aber nicht genug wundern konnte, daß Gott ihn zum Werkzeug so vieler Gnaden gemacht hatte. So sollen wir es immer als einen Beweis von Gottes Macht und Güte ansehen, wenn er uns Erfolg und Segen verleiht und ihm danken, dabei aber demütig anerkennen, daß wir Seiner Gaben unwürdig sind.

3. Sich in dieser Weise zu verdemütigen, namentlich dann, wenn andere uns Beifall zollen, ist nicht immer leicht. Es ist ja ein Kleines, auszurufen: Nicht uns, o Herr, nicht uns, sondern Deinem Namen gib die Ehre! dabei aber doch im Grunde eitel und selbstgefällig von sich zu denken. Der kräftigste Beweis unserer Demut ist es, wenn wir zu solchen Zeiten aus Herzensgrund sprechen können: "Verdemütige mich, o Gott, laß mich meine eigene Unwürdigkeit, meine volle Abhängigkeit von Dir anerkennen, laß Dir allen Ruhm, mir nichts zukommen." Ein solches Gebet ist, wenn es von Herzen kommt, ein sicheres Kennzeichen unserer Demut.



entnommen aus: Die Schule der Demut, R. F. Clarke SJ, Imprimatur Münster, 27. Februar 1900


Sonntag, 21. Mai 2017

Schule der Demut - Kurze Betrachtungen für alle Tage des Monats 21

Quelle: Wikipedia
Hl. Alfons Maria von Liguori
21. Demut bei Zurechtweisung


1. Die eigenen Fehler anzuerkennen, kommt der menschlichen Natur immer hart an. Wir halten uns gern für vollkommener, als wir sind, wenigstens frei von ernstlichen Fehlern. Aber trotz all unserer Bemühungen müssen wir uns eigestehen, daß viele Unvollkommenheiten in uns sind und daß der unterschied zwischen dem Menschen , der guten Willen hat und dem, der sich von Eigenliebe leiten läßt, der ist, daß der eine sich mit aller Entschiedenheit bemüht, seine Fehler abzulegen, der andere dagegen sie zu beschönigen sucht und sie, soviel er kann, den Augen der Menschen verbergen will.

2. Eins der besten Mittel, sich von seinen Fehlern zu befreien, ist, daß man von andern darauf aufmerksam gemacht wird. Hier bemerken wir aber wieder einen großen Unterschied zwischen dem Stolzen und dem Demütigen. Dieser ist dankbar für die Zurechtweisung und sucht sich dieselbe zu nutze zu machen; jener aber wird empfindlich und denkt eher daran, wie er sich rächen kann, als wie er seine Fehler gut macht. Frage ich mich: Gehöre ich zu den Stolzen oder zu den Demütigen? Lasse ich mich bei Zurechtweisungen von Zorn und Empfindlichkeit hinreißen, oder erfüllt mich Sorge und der Wunsch, mich zu bessern?

3. Noch einen andern Prüfstein gibt es für die Demut. Es kommt nicht selten vor, daß der Stolze sich wohl die Zurechtweisung merkt und den Fehler abzulegen sucht, doch ist er ängstlich darauf bedacht, vor dem Zurechtweisenden zu verbergen, daß er seinen Rat befolgt; er will es sich selbst nicht einmal eingestehen, daß er sich von dem andern leiten läßt. Der wahrhaft Demütige dagegen läßt es andere gern sehen, daß er einen guten Rat bereitwillig annimmt und ihn freiwillig, als von Gott kommend, sich zu nutze zu machen sucht. Prüfe dich, ob du diesen Geist besitzest!


entnommen aus: Die Schule der Demut, R. F. Clarke SJ, Imprimatur Münster, 27. Februar 1900

Samstag, 20. Mai 2017

Fest des hl. Bernadin von Siena, Bekenners

Quelle: Wikipedia
Er war 1380 in Toskana geboren, wurde 1404 Franziskaner und später ein beliebter Volksprediger; flammen von glühender Heilandsliebe, verbreitete er die andacht zum heiligsten Herzen Jesu. Er starb 1444 zu Aquila in Italien.


Oratio

Herr Jesus, Du hast Deinem hl. Bekenner Bernadin eine besonderes innige Liebe zu Deinem Namen verliehen; daher bitten wir Dich: gieße uns in Deiner Güte um seiner Verdienste und um seiner Fürsprache willen den Geist Deiner Liebe ein; Der Du lebst.



entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Schule der Demut - Kurze Betrachtungen für alle Tage des Monats 20

Hl. Pfarrer von Ars
20. Besondere Versuchungen gegen die Demut


1. Es ist nicht immer leicht, demütig zu bleiben, wenn uns viel Lob und Ehre zuteil wird.  Unsere Selbstliebe wird zu leicht dadurch befriedigt. Wir sind überzeugt, daß etwas Wahres daran sein muß, und leicht sind wir geneigt, ob der hohen Meinung, die andere von uns hegen, eitel zu werden. Wir würden sehr wohl daran tun, uns an Herodes zu erinnern, dem zwar die Menge begeistert zurief: "Es ist die Stimme eines Gottes, nicht eines Menschen", der aber, weil er die Ehre nicht Gott, sondern sich selbst zuschrieb, vom Engel des Herrn geschlagen wurde und elend zu Grunde ging.

2. Es liegt nun aber einmal in der Natur des Menschen, sich zu freuen, wenn andere gut von ihm sprechen, wenn die Vorgesetzten ihn loben. Das ist auch an und für sich nicht sündhaft. Aber wir müssen gewisse Vorsichtmaßregeln beobachten. Erstens müssen wir suchen, uns mehr über die Güte anderer zu erfreuen, die uns Lob spenden, als über dieses selbst. Zweitens müssen wir uns selbst dabei zu vergessen streben, unser Herz zu Gott zu erheben, Ihm allen Erfolg aufzuopfern. Drittens sollen wir einen Akt der Demut erwecken bei dem Gedanken, daß wenn die, welche uns loben, uns erkännten, wie uns Gott erkennt, sie uns verachten würden, statt uns zu loben.

3. Finden wir aber, daß das Lob uns zu sehr befriedigt, so ist das ein neuer Beweis unserer Unvollkommenheit. Die Heiligen haßten und fürchteten Lob, und wenn sie ungerecht getadelt wurden, dankten sie Gott und nahmen es als Zeichen Seiner Huld und Liebe auf. Ein heiliger Mönch pflegte ungerechte Vorwürfe als reinen Gewinn aufzufassen, da sie, wie er sagte, keine Reue und Selbstvorwürfe nach sich zögen. Wie nehme ich Lob von den Menschen und ungerechten Tadel auf?


entnommen aus: Die Schule der Demut, R. F. Clarke SJ, Imprimatur Münster, 27. Februar 1900

Freitag, 19. Mai 2017

Fest des hl. Petrus Cölestinus, Papstes und Bekenners

Quelle: Wikipedia
Selbst zuerst Einsiedler, wurde er Stifter der Benediktiner-Abtei auf dem Berge Murrone in den Abruzzen, die sich nach seinem Tode Cölestiner nannten. Mit 79 Jahren wurde er zum Papst gewählt, dankte aber bald ab und zog sich wieder in die geliebte einsamkeit zurück. Er starb 1296.


Oratio

O Gott, Du erhobest den hl. Petrus Cölestinus zur Höhe der päpstlichen Würde und lehrtest ihn, sie geringer zu werten, als die Demut; so gib denn in Deiner Gnade, daß wir nach seinem Beispeil alles in der Welt gering achten, um so glücklich den Lohn zu erlangen, der den Demütigen verheißen ist. Durch unsern Herrn.


entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Die Schule der Demut - Kurze Betrachtungen für alle Tage des Monats 19

Hl. Philipp Neri
19. Die Bewahrung der Demut


1. Wenn Gott uns Trost und Seelenfrieden verleiht, wenn er uns alles nach Wunsch gehen läßt, so sind wir in Gefahr, das Gefühl der Abhängigkeit und damit die Demut zu verlieren, wenn wir nicht stets bedenken, daß alles dieses Gaben Gottes sind, die Er uns jeden Augenblick wieder nehmen kann, und daß, wenn Er Sein Antlitz von uns wendet, unsere Freude sich in Sorge und schmerz verwandeln wird; endlich, daß das Gebet zu Gott notwendig ist, um uns in der Demut zu befestigen und zu erhalten.

2. Wie groß auch immer die empfangenen Gaben sein mögen, sowie der Grad der Tugend, den wir erlangt haben, so sind wir doch niemals sicher, wenn wir uns nicht immer wieder daran erinnern, daß in uns ein Abgrund der Sünde und Schwachheit, der Empörung und Auflehnung gegen Gott liegt, und daß der Mißbrauch so mancher Gnade unser Verderben herbeiführen wird. Wir müssen jeden Morgen zu Gott flehen, wie der heilige Philippus Neri tat: "Behüte mich, o Gott, diesen Tag, damit ich Dich nicht verrate! Bewahre mich vor mir selbst und dem Verräter in meinem Herzen, der mich so oft untreu gegen Dich macht. Heile meine Seele, die so manches an sich hat, was Dir mißfällt!"

3. Wer große natürliche Talente hat, ist in beständiger Gefahr, sofern er nicht die Tugend der Demut übt, sich Gottes Mißfallen zuzuziehen. Wir haben ein warnendes Beispiel an Nabuchodonosor, dem Gott eine Zeitlang den Verstand nahm. Hüte dich also, auf die Gaben Gottes stolz zu sein, Gott kann sie dir in jedem Augenblicke nehmen!



entnommen aus: Die Schule der Demut, R. F. Clarke SJ, Imprimatur Münster, 27. Februar 1900

Donnerstag, 18. Mai 2017

Fest des hl. Venantius, Martyrers

Nach der Legende wurde er im Alter von 15 Jahren nach langem Martyrium um 250 zu Camerino in Mittelitalien enthauptet.


Oratio

O gott, Du hast diesen Tag durch den Triumph Deines hl. Martyrers Venantius geheiligt; erhöre die Bitten Deines Volkes und gib, daß wir, die Verehrer seiner Verdienste, auch seine Standhaftigkeit im Glauben nachahmen. Durch unsern Herrn.

Schule der Demut - Kurze Betrachtungen für alle Tage des Monats 18

18. Demütigungen
Quelle: billerantik


1. Unsere Natur schreckt vor Demütigungen zurück, unser Stolz bäumt sich dagegen auf. Und doch sind sie uns zur Erlangung der Demut unumgänglich notwendig. Wir müssen es lernen, Verachtung von den Mitmenschen zu ertragen, und wenn wir dahin gelangen wollen, müssen wir auf Ehre bei denselben vollständig zu verzichten suchen. Wenn andere uns mit Geringschätzung begegnen, wenn wir vernachlässigt, ja mißhandelt werden, wenn man uns ungerecht beschuldigt, o, dann haben wir eine ausgezeichnete Gelegenheit, Fortschritte in der Demut zu machen, indem wir alles dieses mit Geduld und Ergebung annehmen, nicht versuchen, uns zu verteidigen, unser Recht zu fordern, Genugtuung zu verlangen.

2. Haben wir einen Fehler begangen, der uns in den Augen unserer Mitmenschen erniedrigt, so müssen wir natürlich Schmerz und Trauer empfinden, daß wir Gott beleidigt, dem Nächsten Ärgernis gegeben haben; nicht aber müssen wir unser Handeln bei den Menschen beschönigen wollen oder uns übermäßig grämen bei dem Gedanken, daß man jetzt geringer von uns denkt, uns verachtet. Im Gegenteil, freuen sollen wir uns, daß wir unserer Sünden gemäß behandelt werden; wir müssen Gott danken, der uns gezeigt hat, wie schwach wir sind, wie wenig wir ohne ihn vermögen.

3. Es ist ein sicheres Zeichen von Stolz, wenn wir die Folgen unserer Fehler nicht tragen wollen, gleich Saul, der den Samuel bat, ihn vor den Ältesten Israels zu schonen. Ein solches Betragen muß notwendig neue Demütigungen bringen. Gott, Der dem Stolzen widersteht, erniedrigt und verdemütigt solche, die sich selbst nicht erniedrigen oder verdemütigen wollen. Satan, der freiwillig nicht das Knie vor dem menschgewordenen Gott beugen wollte, wurde gezwungen es zu tun. So wird Gott - früher oder später - alle Stolzen zwingen, - freiwillig oder unfreiwillig - sich vor Ihm zu beugen.



entnommen aus: Die Schule der Demut, R. F. Clarke SJ, Imprimatur Münster, 27. Februar 1900