Freitag, 30. September 2016

Fest des hl. Hieronymus, Priesters, Bekenners und Kirchenlehrers

Quelle: Wikipedia
Er wurde zu Stridon in Dalmatien geboren und wandte sich nach seiner Taufe vor allem dem Studium , besonders der Hl. Schrift zu. Im Auftrag des Papstes Damasus schuf er die sog. Vulgata, indem er die heiligen Bücher teils neu ins Lateinische übersetzte, teils deren alte lateinische Übersetzung überarbeitete. Er starb 420 zu Bethlehem.
Sein heiliger Leib kam in die Kirche S. Maria Maggiore zu Rom. Er ist einer der großen abendländischen Kirchenlehrer.


Oratio

O Gott, Du schenktest voll Huld Deiner Kirche in Deinem hl. Bekenner Hieronymus den hervorragendsten Lehrer in der Auslegung der heiligen Schriften; daher bitten wir Dich: gib, daß wir auf die Fürsprache seiner Verdienste mit Deinem Beistand zu üben vermögen, was er durch Wort und Werk zugleich gelehrt. Durch unsern Herrn.



entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Donnerstag, 29. September 2016

Fest der Einweihung der Kirche des hl. Erzengels Michael

Der hl. Michael ist der Fürst der himmlischen Heerscharen; als Anführer der guten Engel bestand er den Kampf gegen Luzifer und seinen Anhang. Er war zum Beschützer des auserwählten Volkes bestellt und wird auch vom Gottesvolk des Neuen Bundes als mächtiger Schirmherr, besonders als ritterlicher Schutzpatron Deutschlands verehrt. Die heilige Kirche ruft ihn namentlich in den Kämpfen mit den Feinden Christi an; er sit Führer und Vorbild der Streiter Christi. Seinem Schutz sind auch die scheidenden Seelen anvertraut. Der Name des Erzengels bedeutet: "Wer ist wie Gott?"
Sein Fest möge uns zum Eifer für Gottes Sache, zum tapferen Kriegsdienst für Gott anfeuern.
Das heutige Fest war ursprünglich der Jahrestag der Weihe der St. Michaeliskirche an der Via Salaria in Rom.


Introitus

Preiset den Herrn, ihr alle Seine Engel, ihr Gewaltigen, die ihr Seinen Willen  vollzieht, sobald ihr vernehmt Sein gebietendes Wort. Lobsinge dem Herrn, meine Seele; alles in mir singe das Lob Seines heiligen Namens. Ehre sei.


Oratio

O Gott, in wunderbarer Ordnung teilst Du Engeln und Menschen ihre Dienste zu; gewähre nun in Deiner Huld, daß auf Erden unser Leben von jenen beschirmt werde, die im Himmel als Deine Diener allzeit vor Dir stehen. Durchunsern Herrn.


entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Mittwoch, 28. September 2016

Fest des hl. Wenceslaus, Herzogs und Martyrers

Quelle: Wikipedia
Er war Herog von Böhmen und wurde von seinem heidnischen Bruder Boleslaus und seiner grausamen Mutter Drahomira im Gotteshaus getötet. Von tiefer Ehrfurcht vor der hl. Eucharistie erfüllt, säte er mit eigener Hand den Weizen für das eucharistische Brot und preßte die Trauben für den Opferwein. Er starb 925 oder 935.


Oratio

O Gott, Du hast den hl. Wenceslaus durch seinen Sieg im Martyrium vom irdischen Fürstenthron in die himmlische Herrlichkeit versetzt; behüte uns auf seine Fürbitten vor allem Übel und schenke uns die Freude der Gemeinschaft mit ihm. Durch unsern Herrn.


entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Dienstag, 27. September 2016

Fest der hll. Kosmas und Damian

Quelle: Wikipedia
Sie waren Brüder und Ärzte. Wegen ihrer beharrlichen Weigerung, den Götzen zu opfern, wurden sie in der diokletianischen Verfolgung zu Ägä in Cilicien enthauptet. Die zu ihrem Andenken zu Rom geweihte Kirche ist Stationskirche an Mitfasten. Ihre Namen werden im Kanon der Messe und in der Allerheiligenlitanei genannt.


Oratio

Wir bitten Dich, allmächtiger Gott: laß uns, die wir das Geburtsfest Deiner hll. Martyrer Kosma und Damian begehen, durch ihre Fürsprache von allen drohenden Übeln befreit werden. Durch unsern Herrn.


Evangelium (Luk. 6, 17-23)

In jener Zeit stieg Jesus vom Berge herab und begab Sich an einen ebenen Ort. Die Schar Seiner Jünger und eine große  Menge Volkes von ganz Judäa, von Jerusalem, von der Meeresküste, von Tyrus und Sidon war hergekommen, um Ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden. Auch die von unreinen Geistern Geplagten wurden geheilt. Alles Volk suchte Ihn anzurühren; denn es ging eine Kraft von Ihm aus und heilte alle. Da richtete Er Seine Augen auf Seine Jünger uns sprach: "Selig, ihr Armen; denn euer ist das Reich Gottes. Selig, die ihr jetzt Hunger leidet; ihr werdet gesättigt werden. Selig, die ihr jetzt weinet; ihr werdet lachen. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und verstoßen und schmähen und euch den guten Namen rauben um des Menschensohnes willen. Freut euch an jenem Tage und frohlocket; denn euer Lohn ist groß im Himmel."


entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Montag, 26. September 2016

Gedächtnis des hl. Cyprian, Martyrers und der hl. Justina, Jungfrau und Martyrin

Cyprian, ursprünglich Zauberer aus Antiochien, bekehrte sich zum Christentum, als seine Zauberkünste gegen die christliche Jungfrau Justina erfolglos blieben, und erlitt gemeinsam mit ihr den Martertod durch Enthauptung um 304 zu Nikomedia.

entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur


Betrachtung

Mächtige Versuchungen mußte die heilige Justina bestehen, um die Tugend ihres Herzens zu bewahren, und ihrem Heilande treu zu bleiben. Aber "sie waffnete sich", wie der heilige Cyprian, dessen Bekehrung und Martertod, wir eben vernommen haben, sagt, "mit dem Zeichen Jesu Christi (dem Kreuzzeichen), und machte so alle Versuche des Zauberers und der Verführung fruchtlos."
Mit diesem geheiligten Siegeszeichen bezeichne auch du, christliche Jugend, und Christ jeden Alters und Standes, Stirne, Mund und Brust, bezeichne dich damit öfters und mit gläubigem Gemüte, daß der, der durch den Tod am Kreuze den Tod und die Hööle besiegt hat, mit dir ist und dir jede Versuchung überwinden hilft, wenn du selbst nach deinen Kräften kämpfest. Vor der Macht des Kreuzes wird alle Macht der Hölle und der Sünden zuschanden.


Gebet

O Jesus! Auch wir wollen Dir unsere Herzen opfern und auf dem Wege der Reinigkeit und Keuschheit wandeln. Unterstütze uns mit Deiner Gnade und Macht, der du den Tod überwunden und die Macht der Hölle am Kreuze vernichtet hast. Der Du lebst und regierst in Ewigkeit. Amen.


entnommen aus : Legende der Heiligen, hrsg. von einem Verein katholischer Geistlichen der Diözese Augsburg, Augsburg 1836

Sonntag, 25. September 2016

Fest des hl. Nikolaus von der Flüe, Bekenners, Hauptpatron der Schweiz

Quelle: Wikipedia
Der heilige Bruder Klaus ist im Jahre 1417 auf dem Flüeli ob Sachseln geboren. Eine Jugend voll Gebet, Arbeit und Spiel hat er da verlebt. Er wurde Bauer, wie seine Väter, und ein guter Familienvater mit zehn Kindern. Als Hauptmann und Richter des Standes Obwalden diente Klaus von Flüe in Gerechtigkeit und Pflichttreue seinem Vaterland, bis Gott ihn in die Einsamkeit berief, um ihn noch höher zu führen und zu noch größeren Aufgaben zu ertüchtigen. Nach den Burgunderkriegen, anläßlich der Tagsatzung zu Stans, hat Bruder Klaus die entzweiten Eidgenossen durch seine Botschaft versöhnt und damit die Eidgenossenschaft vor dem sicheren Untergang gerettet. Er ist 1487 gestorben. In den beiden Weltkriegen hat er sich der Schweiz erneut als mächtiger Fürbitter erwiesen. Am 15. Mai 1947 hat ihn Pius XII. heiliggesprochen.


Introitus

Höret! Ich floh weit hinauf und weilte in der Einsamkeit. Denn ich sah Ungerechtigkeit und Zwietracht im Land. Vernimm, o Gott, mein Gebet und überhöre mein Flehen nicht! Hab acht auf mich und erhöre mich! Ehre sei dem Vater.


Gebet des hl. Nikolaus von der Flüe

O mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu Dir!
O mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich führet zu Dir!
O mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und mach mich ganz zu eigen Dir!


entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Samstag, 24. September 2016

Quatembersamstag im September

Introitus

Allmächtiger, ewiger Gott, durch die segensreiche Enthaltsamkeit heilst Du Leib und Seele; daher flehen wir Deine Majestät in Demut an: laß Dich versöhnen durch die frommen Bitten der Fastenden und gewähre uns jetzt und künftighin Deinen Beistand. Durch unsern Herrn.


Oratio

Wir bitten Dich allmächtiger Gott: gib, daß wir durch das Fasten uns sättigen mit Deiner Gnade und durch die Enthaltung stärker werden als alle Feinde. Durch unsern Herrn.



III. Lectio (Mich. 7,14, 16 u. 18-20)

Herr, unser Gott, weide wie in den Tagen der Vorzeit mit Deinem Stabe Dein Volk, die Herde Deines Eigentums, die einsam wohnt im Waldgebirge. Die Völker werden es sehen und zuschanden werden mit all ihrer Macht. Wer ist Gott, wie Du, der Du die Schuld hinwegnimmst und dem Reste Deines Eigentums die Sünden nachsiehst? Er wird weiterhin nicht mehr Seinen Zorn wüten lassen; denn Er hat Wohlgefallen am Erbarmen. Er wird Sich unser wiederum erbarmen; Er wird wegnehmen alle unsere Missetaten und alle unsere Sünden in den Abgrund des Meeres schleudern. Dann wirst Du Treue üben an Jakob, Barmherzigkeit an Abraham, wie Du geschworen hast unseren Vätern seit den Tagen der Vorzeit, o Herr, unser Gott.


entnommen aus Schott Meßbuch Imprimatur 1957

Fest der allerseligsten Jungfrau Maria von der Erlösung der Gefangenen

Das Fest wurde eingeführt zur Erinnerung an die Gründung des Ordens der Mercedarier (zum Loskauf der christlichen Gefangenen aus der Gewalt der Sarazenen) durch die hll. Petrus Nolaskus (Fest 28. Jan.) und Raymund von Penaforte (Fest 23. Jan.) Durch Innozenz XII. wurde es 1696 auf die ganze Kirche ausgedehnt.



Oratio

O Gott, zur Befreiung der Christgläubigen aus der Gewalt der Heiden hast Du in Deiner Huld Deine Kirche durch die glorreiche Mutter Deines Sohnes mit einer neuen Ordensfamilie bereichert; wir bitten Dich: gib, daß sie, die wir als Stifterin dieses großen Werkes fromm verehren, durch ihre Verdienste und ihre Fürsprache uns von allen Sünden und aus der Gefangenschaft Satans befreie. Durch Ihn, unsern Herrn.

entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Freitag, 23. September 2016

Quatemberfreitag im September

Oratio

Wir bitten Dich allmächtiger Gott: laß uns durch die Feier der heiligen Fasten, die wir alljährlich in frommer Hingabe begehen, mit Leib und Seele Dir Wohlgefallen. Durch unsern Herrn.


Lectio (Os. 14, 2-10)

So spricht Gott, der Herr: "Bekehre dich, Israel, zum Herrn, Deinem Gott; denn du bist gefallen durch eigene Schuld. Bekehret euch zum Herrn mit reuevollen Worten und sprechet: Tilge alle Schuld, erzeige dich gütig, dann wollen wir Dir  Opfer darbringen mit unseren Lippen. Assur soll uns nicht mehr helfen. Kriegsrosse wollen wir nicht besteigen und nicht mehr ein Werk unserer Hände unsre Götter nennen. Du erbarmest Dich ja der Waise, die sich zu Dir flüchtet. So will Ich denn heilen ihre wunden; aus unverdienter Güte will Ich sie wieder lieben; denn abgewendet hat sich Mein Zorn von ihnen. Ich werde wie Tau für sie sein. Israel wird sprossen wie eine Lilie und Wurzel schlagen wie der Libanon. Ausbreiten werden sich seine Zweige; seine Krone wird sein wie die des Ölbaums, und sein Duft wie der des Libanon. Sie werden wieder wohnen unter seinem Schatten und von Weizen leben und sprossen wie ein Weinstock. Sein Andenken wird köstlich sein wie Wein vom Libanon. Ephraim, was sollen in Meiner Gegenwart fürder die Götzen? Ich will es erhöhen und sprossen lassen wie eine grünende Tanne; durch Mich wird wieder Frucht an dir gefunden werden." Wer ist einsichtsvoll und erkennt es? Wer verständig und versteht es: Gerade sind die Wege des Herrn und die Gerechten wandeln auf ihnen; die Sünder aber kommen auf ihnen zu Fall.


entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Fest des hl. Linus, Papstes und Martyrers

Quelle:Wikipedia
Er war der Nachfolger des hl. Petrus und erlitt um das Jahr 79 den Martertod durch Enthauptung. Die Kirche ehrt sein Andenken im Kanon der hl. Messe vor der Wandlung.


Epistola (1 Petr. 5, 1-4 u. 10-11)

Geliebte! Ich ermahne die Ältesten unter euch als Mitältester und Zeuge der Leiden Christi, wie auch als Mitgenosse der Herrlichkeit, die einst offenbar werden soll: Weidet die euch anvertraute Herde Gottes und sorget für sie, nicht gezwungen, sondern aus freien Stücken, nach Gottes Willen; nicht schmählichen Gewinns wegen, sondern mit Hingebung. Benehmet euch nicht wie Herren über (Gottes) Erbteil, sondern seid Vorbilder für die Herde Christi aus innerem Herzensdrang. Wenn dann der oberste Hirte erscheint, werdet ihr die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen. Der Gott aller Gnaden aber, der uns durch Christus Jesus zu Seiner ewigen Herrlichkeit berufen hat, wird uns nach kurzer Zeit des Leidens vollenden, stärken und festigen. Ihm sei Ehre und Herrschaft von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur


Beten wir für unseren Papst Franziskus, daß er sich bekehre und die ihm anvertraute Herde vor den Feinden bewahre, im rechten Glauben belehre und die ewige Wahrheit unverfälscht verkünden und sich als würdiger Nachfolger auf dem Stuhle Petri eines Tages erweisen möge.

Donnerstag, 22. September 2016

Gebet um tränenreiche Zerknirschung ob der Sünden

Quelle: Wikipedia
O allbarmherziger Gott, Dessen Natur die Güte und Dessen Walten die Barmherzigkeit ist, verleihe mir nach der Größe Deiner Erbarmungen eine vollkommene Reue über meine Sünden! Gib, daß ich, von innerem Schmerze der Seele gerührt, bitterlich zu weinen vermöge, daß ich meine Untaten und all mein Vergehen durch würdige Buße auslösche und durch das heilige Bad der Beichte abwasche und tilge, auf daß ich so würdig werde, gnädig von Dir Nachlaß aller Sünden zu erlangen, und durch Deine Erbarmung wieder aufatme. Gib mir, daß ich, ein Eiferer für die Gerechtigkeit, mich wappne und gegen mich selbst mutig aufstehe wie gegen den schlimmsten Sünder oder einen bösen Räuber, da ich Dich, meinen Gott, den Schöpfer Himmels und der Erde, aufs schwerste beleidigt, schuldigen Ruhm und Ehre Dir nicht gezollt, sondern fälschlich und widerrechtlich manches Gute mir angeeignet habe, meine Seele mit den Geschossen der Sünde durchbohrt und schwer verwundet, gar leicht in Versuchungen des Fleisches eingewilligt und den Geist getötet habe.
Verleihe mir also, mein Herr und Gott, gerechter, starker und geduldiger er, so großen Reueschmerz über meine Vergehen, wie Du ihn für meinen Sünden entsprechend hältst! Strafe und züchtige mich lieber in der Gegenwart, als daß Du für das zukünftige Gericht meine Untaten zur Verurteilung zurückstellst. O gütiger und milder Gott, sei mir unwürdigem und großem Sünder gnädig, da Du doch für die Sünder und Ungerechten in diese Welt zu kommen Dich gewürdigt und aus Liebe Dich nicht geweigert hast, gekreuzigt und zum schimpflichsten Tode verurteilt zu werden.






entnommen aus: Thomas von Kempen - ein deutscher Mystiker - Leben und ausgewählte Schriften, Carl Richstaetter SJ, Imprimatur, 22.März 1939

Fest des hl. Thomas von Villanova, Bischofs und Bekenners

Quelle: Wikipedia
 
 
 

Thomas, ein Spanier, war Augustinereremit, wurde Prediger am Hofe Karls V. und dann Erzbischof von Valencia. Große Wohltätigkeit gegen Notleidende zeichnete ihn aus; daher sein Beiname "Almosengeber". Er starb am 8. September 1555 zu Valencia.


Oratio

O Gott, Du ziertest den hl. Bischof Thomas in hervorragender Weise mit der tugend der Barmherzigkeit gegen die Armen; daher bitten wir Dich: gieße in Deiner Güte über alle, die zu Dir flehen, auf seine Fürsprache die Reichtümer Deines Erbarmens aus. Durch unsern Herrn.



entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur




Der hl. Mauritus, dessen Gedächtnis gefeiert wird, war Anführer der Thebäischen Legion, die nach der Überlieferung wegen ihrer Weigerung, den Göttern zu opfern, auf Befehl des Kaisers Maximian (286-305) niedergemetzelt wurde. Sie erlitten um 300 zu St. Moritz im Wallis (Schweiz) mutig für Christus den Martertod. Schon im 4. Jahrhundert erhob sich dort eine Basilika über der Stätte ihres Todes.
entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur


Der grausame Maximian befahl nach der Weigerung, jeden zehnten Mann der Legion, welche ungefähr zehntausend Mann zählte, niederzuhauen. Doch diese Strafe brachte sie nicht zum Abfalle vom Glauben an Jesus. Der Kaiser ließ dieselbe Strafe wiederholen. Umsonst! Alle verharrten im glauben, in der Hoffnung und in der Liebe an den Gekreuzigten und im Hasse gegen die Götter. Nun drohte der Kaiser damit, er werde sie Alle niederhauen lassen, wenn sie nicht gehorchen und opfern. Auf diese Drohung erwiderte Mauritius im Namen Aller: " Wir sind deine Soldaten, aber auch Diener des wahren Gottes. Dir sind wir die Kriegsdienste schuldig; aber unseren Schöpfer, unsern und deinen Herrn können wir nicht verleugnen. Wir bekennen Gott den Vater, den Urheber aller Dinge und Jesus Christus, seinen Sohn. Wir sahen unsere Mitbrüder niederhauen, und keine klage hörte man von uns, ja wir erfreuten uns vielmehr ihres Glückes Wir haben die Waffen in den Händen; doch wir werden uns nicht verteidigen; denn wir sterben lieber unschuldig, als daß wir schuldig leben."


Betrachtung

Wer kann ohne Rührung lesen, wie heldenmütig Mauritius und seine Gefährten aus Liebe zu Jesus ihr Leben dahingegeben? Müssen wir uns nicht schämen unserer Feigheit, wenn wir den hohen Mut dieser Christen betrachten? Müssen wir nicht erröten, wenn wir unsere Angst vor jedem Leiden, und ihre Furchtlosigkeit vor dem Tode vergleichen? Täuschen wir uns nicht! Der Geist des Evangeliums ist immer derselbe, unwandelbar in allen Jahrhunderten. Und das Wort gilt auch heute noch für uns: " wer immer irgendetwas mehr liebt, als Christus, ist Seiner nicht wert."


Gebet

Allmächtiger, gütiger Vater im Himmel, verleihe mir die Gnade, daß ich Deine Liebe und die Beobachtung Deiner Gebote Allem vorziehe!
Herrsche Du allein; herrsche Du ewig in meinem Herzen. Amen.


entnommen aus : Legende der Heiligen, hrsg. von einem Verein katholischer Geistlichen der Diözese Augsburg, Augsburg 1836

Mittwoch, 21. September 2016

Quatembermittwoch im September

Die Herbstquatember fallen jetzt auf den Mittwoch, Freitag und Samstag nach dem 14. September. Sie sind im Süden Europas ein Erntedankfest, ein Freudenfest nach der Obst und Weinernte und waren mit der Abgabe des Zehnten vonseiten der Gläubigen verbunden. Dank und Freue, Einkehr und Buße kennzeichnen die Herbstquatember.


Oratio

Wir bitten, o Herr: durch die Heilmittel Deiner Barmherzigkeit möge unsere Gebrechlichkeit Halt bekommen, damit sie, aufgerieben von eigener Ohnmacht, wieder hergestellt werde von Deiner Milde. Durch unsern Herrn.


Lectio (Amos, 9, 13-15)

So spricht Gott, der Herr: "Siehe, es kommen Tage, wo sich der Pflüger an den Schnitter reiht und der Traubenkelter an den Sämann; wo die Berge Süßigkeit träufeln und alle Höhen bebaut sein werden. Und Ich werde heimführen die Gefangenen Meines Volkes Israel; sie werden wieder aufbauen die verödeten Städte und darin wohnen; sie werden Weinberge pflanzen und den Wein davon trinken, Gärten anlegen und Früchte essen. Und Ich will sie einpflanzen in ihrer Heimat und sie fürder nimmer aus ihrem Lande ausrotten, das Ich ihnen gegeben", spricht der Herr, Dein Gott.


entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Fest des hl. Matthäus, Apostels und Evangelisten

Quelle: billerantik
Vor seiner Berufung gehörte Matthäus dem bei den Juden verhaßten Stand der römischen Zolleinnehmer an und hieß Levi. Er schrieb das erste Evangelium und zwar für die Juden, und verbreitete nach einer Überlieferung das Reich Gottes in Palästina und Äthiopien, wo er auch den Martertod erlitten haben soll.


Introitus

In des Gerechten Mund ist Weisheit, und seine Zunge spricht Gerechtigkeit. In seinem Herzen trägt er das Gesetz Gottes. Ereifere dich nicht der bösen Menschen wegen; beneide nicht die Missetäter. Ehre sei.


Graduale

Selig der Mann, der den Herrn fürchtet, und dessen große Freude Sein Gesetz. Gar mächtig werden seine Kinder sein auf Erden, und das Geschlecht der Frommen wird gesegnet.


Evangelium (Matth. 9, 9-13)

In jener Zeit sah Jesus einen Mann namens Matthäus an der Zollstätte sitzen. Er sprach zu ihm: " Folge Mir!" Da stand dieser auf und folgte ihm nach. Als Jesus dann in dessen Hause zu Tische saß, kamen viele Zöllner und Sünder und setzten sich mit Ihm und Seinen Jüngern zu Tische. Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu Seinen Jüngern: " Warum ißt euer Meister mit den Zöllnern und Sündern?" Jesus aber hörte es und sprach: "Nicht Gesunde bedürfen des Arztes, sondern Kranke. Gehet hin und lernet was es heißt: Barmherzigkeit will Ich, nicht Opfer. Denn Ich bin nicht gekommen, die Gerechten zu berufen, sondern die Sünder."


entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Dienstag, 20. September 2016

Flehen zur schmerzhaften Mutter

O meine liebe Mutter, du Königin der Märtyrer und der Schmerzen; um meines Heiles willen hast du so viel Tränen für deinen gestorbenen Sohn vergossen. Aber was würden mir deine Tränen helfen, wenn ich dennoch verloren ginge? Erlange mir deshalb durch deine Fürsprache bei Gott, um der Verdienste deiner Schmerzen willen, eine aufrichtige Reue über meine Sünden.
Ich bitte dich auch noch, o meine liebe Mutter, um des furchtbaren Schmerzens willen, den du empfunden, als du vor deinen Augen den geliebten Sohn das Haupt neigen und sterben sahest, erlange mir eine selige Todesstunde! Weil mir vielleicht alsdann die Stimme fehlen wird, um Jesu Namen und den deinigen anzurufen, so rufe ich deinen Sohn und dich jetzt schon an, damit ihr mir in meinen letzten Augenblicken beistehen möget. Jesus und Maria, euch empfehle ich meine Seele jetzt und in der Stunde meines Todes. Amen


Hl. Alphons Maria von Liguori
 
 
entnommen: aus dem Gebetsschatz der heiligen Kirche, Pfr. A.M.Weigl, kirchliche Druckerlaubnis Regensburg 1. Februar 1973

Montag, 19. September 2016

Gebet um die glückliche Volllendung der Tugenden



































Quelle: Wikipedia
Ich bitte Dich, Herr, heiligster Vater, Der Du nach Zahl, Gewicht und Maß alles erschaffen hast, Der Du willst, daß alle vernünftige Kreatur den schuldigen Dienst Dir leiste, Der Du besonders bei Deinen Dienern bereitwillige Gefolgschaft liebst und verlangst: Lenke all meine freien Handlungen nach Deinem Wohlgefallen, beuge die rebellischen Begierden meines Fleisches unter die Herrschaft Deiner ewigen Anordnungen, und verleihe mir die vollkommene Verleugnung meines Eigenwillens! Ordne alle Regungen meines Gemütes so, daß ich die schlechten sofort von Anbeginn zurückweise, die guten standhaft festhalte, die reinen liebe und lerne, ohne körperlichen Vorstellungen Dich zu schauen.
Zügle meine Kräfte und äußeren Handlungen so, daß ich dem Niedrigen nicht gänzlich verhaftet bleibe, sondern stets die Macht bewahre, dem Innerlichen mich zuzuwenden, und ohne Beschwernis zum Himmlischen emporsteige. Bewahre mich im Verlangen nach dem Ewigen, in der Liebe zu heiligen Tugenden, im Verkosten himmlischer Dinge, auf daß Du, o Herr, dadurch größere Ehre erlangen mögest, ich aber heilsameren Fortschritt.
Deine Heimsuchung möge mich nicht verleiten zum Stolze, noch belästige mich die Pest der eitlen Ehrsucht. Laß mich durch die Vorspiegelungen des Teufels nicht getäuscht, laß mich durch falsche Süßigkeit nicht betört, noch durch private Andächtelei von der Gemeinschaft getrennt werden! auch laß mich nicht Schaden nehmen durch übermäßige körperliche Übung!
Wohl aber verleihe mir, alles mit Klugheit zu tun, nichts anzustreben ohne sorgfältige Überlegung, in Ehrfurcht und heiliger Scheu vor Deiner Majestät, rein und frei vor Dir, ohne Leidenschaft und ungeordnete Begierde zu den vergänglichen Dingen zu wandeln. Schenke mir den Besitz eines ruhigen und demütigen Geistes! Laß ihn nie der Ausgelassenheit noch der Maßlosigkeit verfallen und keiner Kreatur auf ungeordnete Weise anhängen! Laß mich Dir allein mein Herz in Reinheit und Ruhe bewahren!
So wird mein Geist stets zum Himmel emporgerichtet sein; Dir, o mein Gott, werde ich innerlich anhängen und von keinem Sinnending gefangen werden, sondern immerfort ein wahrer Verächter der Welt sein. Laß mich die äußeren Dinge in einer dem Orte und der Zeit geziemenden Weise so vollenden, daß sie den innerlichen keinen Schaden tun!
Möge alles Mühen und Tun, das ich für Dich übernehme, so verlaufen, daß es mir Hilfe und Führung zu größerer Muße mit Dir bringe! Alles auch, was ich äußerlich verrichte oder was ich innerlich verstehen kann: laß es mich einfältig und rein, zu Deines Namens größerer Ehre und aus Liebe zu dem, was Dir wohlgefälliger ist, verrichten! Möge ich mir selbst und allem, was das Herz begehrt, wenn es der Natur auch schwer wird, bereitwillig entsagen, die Last des gegenwärtigen Lebens geduldig ertragen, solange Du es willst und bis die Vollendung meiner Berufung herannaht.
Möge ich dann auch Dir, meinem Schöpfer, Leib und Seele vertrauensvoll befehlen. Gedenke meiner, o Gott, in der Stunde der letzten Not; tu nach Deiner Barmherzigkeit mit Deinem Diener, der nicht auf seine Verdienste, sondern auf Deine Güte und Dein Erbarmen sein Vertrauen setzt.






entnommen aus: Thomas von Kempen - ein deutscher Mystiker - Leben und ausgewählte Schriften, Carl Richstaetter SJ, Imprimatur, 22.März 1939

Fest des hl. Januarius, Bischofs und Martyrers und seiner Gefährten

Quelle: Wikipedia
Der hl. Januarius, Bischof von Benevent, wurde mit seinem Diakon Festus, dem Lektor Desiderius und einigen anderen Christen in der diokletianischen Verfolgung zu Puteoli den wilden Tieren  vorgeworfen; von diesen jedoch nicht verletzt, wurde er um 305 enthauptet. Noch jetzt ereignet sich alljährlich in Neapel in der Blutampulle (Fläschchen mit dem Blute des Heiligen, wenn sie in die Nähe des Hauptes des Heiligen gebracht wird, das sog. Januariuswunder: das Blut wird flüssig und wallt auf.



Oratio

Gott, Du erfreuest uns alljährlich durch die Festfeier Deiner hll. Martyrer Januarius, Festus und Desiderius; so gewähre denn gnädig, daß wir durch das Beispiel jener entflammt werden, über deren Verdienste wir uns freuen. Durch unsern Herrn.



Lesung aus dem Brief des hl. Apostels Paulus an die Hebräer
Hebr. 10, 32-38)

Brüder! Gedenket der früheren Tage nach eurer Erleuchtung (Taufe), da ihr einen schweren Leidenskampf bestehen mußtet. Bald ward ihr in Schmähung und Trübsal zum öffentlichen Schauspiel, bald Genossen derer, die solches erfuhren. Ihr habt mit den Gefangenen gelitten und ertruget mit Freuden den Verlust eurer Güter, wohl wissend, daß ihr einen besseren und bleibenderen Besitz habt. Verliert also nicht euer Vertrauen, dem ein so herrlicher Lohn zuteil wird. Denn Ausdauer tut euch Not, damit ihr in der Erfüllung des Willens Gottes die Verheißung erlanget. Nur noch eine kleine Weile, dann wird kommen, Der da kommen soll, und Er wird nicht zögern. Mein Gerechter aber lebt aus dem Glauben.

Sonntag, 18. September 2016

Fest des hl. Joseph von Cupertino

Quelle: Wikipedia
Er war zuerst Kapuziner-Laienbruder und wurde später Franziskaner; zum Priester geweiht, vereinigte er mit der strengsten Bußgesinnung innige Liebe zu Gott und zu den Notleidenden.


Introitus

Ehrenreiche Weisheit ist die Gottesliebe; vor dessen Antlitz sie sich offenbart, der gewinnt sie lieb im Schauen und erkennen ihrer hohen Dinge. Wie lieb ist Deine Wohnung mir, o Herr der Himmelsheere! Verlangend nach dem Haus des Herrn verzehrt sich meine Seele. Ehre sei.


Oratio

O Gott, gemäß Deinem Ratschlusse ziehest Du alle hin zu Deinem eingeborenen, von der Erde erhöhten Sohne; so bewirke denn gnädig, daß wir, durch die Verdienste und nach dem Vorbilde Deines seraphischen Bekenners Joseph über alle irdischen Begierden erhoben, zu Dem gelangen dürfen: der mit Dir lebt.


entnommen aus: Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Samstag, 17. September 2016

Fest der Wundmale des hl. Franz von Assisi

Quelle: Wikipedia
Die Kirche läßt das heutige Fest nicht bloß feiern, um den hl. Franz zu ehren, sondern auch, um uns mit der Liebe zu dem Gekreuzigten zu erfüllen.


Oratio

Herr Jesus Christus, da die Welt zu erkalten begann, hast Du am Leibe des hl. Franziskus die heiligen Wundmale Deines Leidens erneuert, um unsere Herzen mit dem Feuer Deiner Liebe zu entflammen; verleihe gnädig, daß wir dank seiner Verdienste und Fürbitten beharrlich das Kreuz tragen und würdige Früchte der Buße bringen: der du lebst.


Evangelium (Matth. 16, 24-27)

In jener Zeit sprach Jesus zu Seinen Jüngern: "Wer Mir nachfolgen will, verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge Mir nach. Denn wer sein (zeitliches) Leben erhalten will, wird es (ewig) verlieren; wer aber sein Leben um Meinetwillen verliert, wird es finden. Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, an seiner Seele aber Schaden leidet? Oder was kann der Mensch als Lösegeld für seine Seele geben? Denn der Menschensohn wird in der Herrlichkeit Seines Vaters mit Seinen Engeln kommen und dann einem jeden vergelten nach seinen Werken."


entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Freitag, 16. September 2016

Fest des hl. Kornelius, Papstes und Martyrers und des hl. Cyprian, Bischofs und Martyrers

Quelle: Wikipedia
Der hl. Papst Kornelius regierte die Kirche von 251 bis 253. Er wurde von Kaiser Gallus nach dem heutigen Civitavecchia verbannt und starb nach der Legende den Martertod. Trotz des Widerspruchs der Novatianer behielt er seine Milde Praxis gegen die während der Verfolgung Abgefallenen bei; eine Synode zu Rom billigte sein Verfahren. Er stand im Briefwechsel mit dem hl. Cyprian., der zuerst Rhetor in Karthago war, nach seiner Taufe Priester, dann Bischof von Karthago wurde. Als kirchlicher Schriftsteller genießt er großes ansehen. Er erlitt den Martertod duch Enthauptung. Die Kirche gedenkt beider hll. Martyrer in jeder Messe im Kanon vor der heiligen Wandlung.


Lesung aus dem Buch der Weisheit (3, 1-8)

Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand, des Todes Qual berührt sie nicht. Sterbende waren sie dem Auge der Toren; als Unglück gilt ihr Ende, ihr Scheiden von uns als Untergang - sie aber weilen im Frieden. Wenn sie nach Ansicht der Menschen Qualen erlitten, so erfüllte sich doch ihr Hoffen auf Unsterblichkeit. Ein wenig nur werden sie gepeinigt, aber viel Herrliches wird ihnen widerfahren; denn Gott hat sie nur geprüft, und Er fand sie Seiner wert. Wie Gold im ofen hat Er sie erprobt, und wie ein Brandopfer sie angenommen. Ist die Zeit (des Weltgerichts) gekommen, so wird Er Sich ihrer annehmen. Die Gerechten werden dann glänzen und wie Funken durch das Rohrgestrüpp (der Sünder) fahren (um an ihnen das Gericht zu vollziehen). Sie werden die Völker richten und über die Nationen herrschen, und König sein in Ewigkeit.


entnommen aus: Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Donnerstag, 15. September 2016

Fest der Sieben Schmerzen der allerseligsten Jungfrau Maria

Quelle: Wikipedia
In der Passionszeit (Freitag nach dem ersten Passionssonntag) gedenkt die Kirche nicht bloß des Leidens des Heilandes, sondern auch der Schmerzen seiner gebenedeiten Mutter. Maria stand heldenmütig unter dem Kreuze, als ihr göttlicher Sohn den Opfertod starb; sie erduldete unblutigerweise alle seine Martern an der Seele und nahm so innigsten Anteil an dem welterlösenden Opfertode Christi.
Die Verehrung der Sieben Schmerzen Mariä wurde besonders durch die Stifter des Servitenordens (Fest am 12. Februar) gefördert. Ein eigenes Fest zu Ehren dieser Schmerzen wurde 1423 auf einer Kölner Synode empfohlen und durch Papst Benedikt 1727 für die ganze Kirche vorgeschrieben. Das Fest am 15. September wurde durch Pius VII. eingeführt zum Dank für seine glückliche Rückkehr aus der Gefangenschaft.


Oratio

O Gott, bei Deinem Leiden drang, wie Simeon es vorhergesagt, das Schwert des Schmerzes durch das liebevollste Herz der glorreichen Jungfrau und Mutter Maria; verleihe uns, die wir in frommen gedenken ihre Schmerzen verehren, die Gnade, die selige Wirkung Deines Leidens zu erlangen: der Du lebst.

entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Mittwoch, 14. September 2016

Fest Kreuzerhöhung

Dieses Fest ist das jährliche Gedächtnis, daß das Kreuz, an welchem Christus gestorben, in der von Konstantin dem Großen und seiner Mutter, der hl. Helena, zu Jerusalem erbauten heiligen Kreuzkirche zur öffentlichen Verehrung aufgestellt worden. Dies ist geschehen unter dem Kaiser Konstantin, als die heil. Kreuzkirche eingeweiht wurde; dann aufs Neue unter dem Kaiser Heraklius, der das heilige Kreuz, welches von dem Perserkönig Chosroes nach Persien gebracht worden und daselbst vierzehn Jahre geblieben war, wieder eroberte, nach Jerusalem zurückbrachte und selbst auf den Kalvarienberg trug, auf den es der Heiland getragen hatte.
Als der Kaiser Heraklius aus Ehrfurcht das heilige Kreuz auf seinen eigenen Schultern zu dem bestimmten Orte tragen wollte, aber dabei mit kaiserlichem Schmucke angetan war, konnte er dasselbe nicht weiter bringen, bis er auf Anraten des Patriarchen Zacharias den kaiserlichen Schmuck ablegte, sich ärmlich kleidete, die Schuhe auszog, und auf solche Art sich dem armen und demütigen Heilande gleich machte.


entnommen aus: Christkatholisches Unterrichts- und Erbauungsbuch, R. P. Goffine, Ord. Präm., hrsg. Pfar. Franz Xaver Steck, mit vielen erzbischöflichen und bischöflichen Approbationen, 1872



Introitus

Wir aber müssen uns rühmen im Kreuze unseres Herrn Jesus Christus; in Ihm ist für uns das Heil, das Leben und die Auferstehung; durch Ihn sind wir gerettet und erlöst.
Gott möge Sich unser erbarmen und uns segnen; Er lasse Sein Antlitz über uns leuchten und erbarme Sich unser. Ehre sei.


Oratio

O Gott, Du erfreust uns am heutigen Tage durch die jährliche Feier der Erhöhung des heiligen Kreuzes; wir bitten Dich nun: laß uns im Himmel die Früchte der Erlösungstat Dessen (nämlich Jesu Christi) erlangen, Dessen Geheimnis wir auf Erden erkannt haben. Durch Ihn, unsern Herrn.


Evangelium (Jo. 12, 31-36)

In jener Zeit sprach Jesus zu den Scharen der Juden: "Jetzt ergeht das Gericht über die Welt, jetzt wird der Fürst dieser Welt (der Satan) hinausgeworfen werden (durch den Opfertod Christi). Ich aber werde, wenn Ich von der Erde erhöht bin (am Kreuze), alles an Mich ziehen." (Das sagte Er, um die Art Seines Todes anzudeuten)
Das Volk antwortete Ihm: "Wir haben aus dem Gesetze gehört, daß Christus ewig bleibt. Wie kannst Du sagen, der Menschensohn muß erhöht (getötet) werden? Wer ist dieser Menschensohn?"
Jesus antwortete ihnen: "Noch kurze Zeit ist das Licht bei euch. Wandelt, solange ihr das Licht habt, damit die Finsternis euch nicht überrasche; denn wer in der Finsternis wandelt, weiß nicht, wohin er geht. Glaubet an das Licht, solang ihr das Licht habt, damit ihr Kinder des Lichtes seid."


entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Dienstag, 13. September 2016

Gib mir Herr ...

Quelle: Wikipedia
Gib mir Herr, ein wachsames Herz, das kein leichtfertiger Gedanke von Dir ablenkt, ein edles Herz, das keine unwürdige Leidenschaft erniedrigt, ein gerades und aufrechtes Herz, das sich von keiner bösen Neigung beherrschen läßt.
Laß mich meine Strafen hienieden tragen im Geist der Buße und Deine Wohltaten recht gebrauchen, damit ich einst Deine Freude im Vaterland genießen darf. Amen

Hl. Thomas von Aquin
 
entnommen: Aus dem Gebetsschatz der heiligen Kirche, Pfr. A.M.Weigl, kirchliche Druckerlaubnis, Regensburg 1. Februar 1973

Montag, 12. September 2016

Fest des heiligen Namens Mariä

Quelle: billerantik
Das Fest wurde von Papst Innozenz XI. zum Dank für die Befreiung Wiens aus der Türkengefahr im Jahre 1683 für die ganze Kirche vorgeschrieben.


Oratio

Wir bitten Dich, allmächtiger Gott; gib, daß Deine Gläubigen, die sich ob des Namens und Schutzes der heiligsten Jungfrau Maria freuen, auf Erden durch ihre mütterliche Fürsprache von allen Übeln befreit werden und im Himmel zu den ewigen Freuden gelangen dürfen. Durch unsern Herrn.


Graduale

Gebenedeit und hochverehrt bist du, Jungfrau Maria; in unversehrter Jungfräulichkeit bist du die Mutter des Heilandes geworden.
Jungfrau, Gottesgebärerin! Er, den die ganze Welt nicht faßt, Er schloß bei Seiner Menschwerdung Sich ein in deinen Schoß.
Alleluja, alleluja. Auch nach der Niederkunft bliebst du, o Jungfrau, unversehrt: Gottesgebärerin bitte für uns. Alleluja.


entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Sonntag, 11. September 2016

Unterricht zur Haltung des Sonntags

Wie muß der Sonntag geheiligt werden?

Wie es das dritte Gebot befiehlt. Es ist also nicht genug, an Sonn- und Feiertagen sich der knechtlichen Arbeit zu enthalten, sondern man muß sie auch heiligen, was nur durch fleißigen Besuch des Gottesdienstes, Anhörung und Lesung des göttlichen Wortes und Ausübung guter Werke geschieht.
Wie sehr verfehlen sich also wider dieses Gebot Diejenigen, welche an diesen Tagen kaum eine kurze Messe hören und diie ganze übrige Zeit mit Müßiggang, mit zeitlichen Geschäften oder Vergnügungen zubringen!....
Ist es nicht genug, daß man die ganze Woche für den Leib arbeitet? Wäre es nicht billig, wenigstens einen Tag zur Ehre Gottes und zum Seelenheile anzuwenden?.....
Viele wissen nicht, wie es mit ihrer Seele steht, oder was sie, wenn sie zum Beichtstuhle gehen, beichten sollen; wäre es für Solche nicht gut, wenn sie an Sonntagen über den Zustand ihrer Seele nachdächten, deren Krankheiten und Schwachheiten durchforschten, die Ursachen derselben untersuchten, und auf Mittel derselben abzuhelfen, bedacht wären?
O! wie Vieles würden sie dann beichten, zu bessern und zu büßen finden!...
Wenn man aber für sich allein nicht im Stande ist, sich mit solchen Gedanken zu beschäftigen, könnte man seiner Unmöglichkeit nicht abhelfen durch Lesung geistlicher Bücher, Führung und Anhörung geistlicher Gespräche, durch Befragung der Beichtväter und Seelsorger, welche Einen  mit Freuden belehren würden, wie man über sein Seelenheil nützlich nachdenken und die Feiertage gut zubringen könne.
Was tut man aber stattdessen?
Man bring die Feiertage mit Müßiggang, mit Putz, mit eitlen Gesprächen, mit Kaufen und Verkaufen, oder mit noch schlimmeren Dingen zu, ohne die geringste Gewissensunruhe zu empfinden! Gott aber wird die Schänder Seiner heiligen Tage mit Schande und Spott bedecken (Mal. 2, 3) und auch allerlei zeitliche Übel über sie kommen lassen; oder lehret nicht die tägliche Erfahrung, daß die Entheiliger der Sonn- und Feiertage nirgends Glück und Segen haben und mit allerlei Unglück und Widerwärtigkeiten heimgesucht werden? Lassen wir uns dies zur Warnung sein!




Welches gute Werk sollen wir außer dem Gebete am Sonntag besonders üben?


Als ein besonders gutes Werk, daß wir am Sonntag üben sollen, führt der hl. Chrysostomus das Almosengeben an. Diesem Tage, sagt er, haben wir selbst unzählig viel Gutes zu danken, An diesem Tage, ist der Tod überwunden, der Fluch aufgehoben, die Sünde getilgt, die Pforten der Hölle geöffnet, der Teufel in Fesseln gelegt, der lange Krieg geendigt, Gott mit der Menschheit versöhnt und unser Geschlecht zu dem frühen Gnadenstand zurückgeführt worden. An dieses Alles wollen wir uns erinnern, und dann wird der Sonntag ein Fürsprecher für die Armen sein, indem er uns zuruft: bedenke, o Mensch, wie viele und große Güter du an diesem Tage empfangen hast, und von wie großen Übeln du befreit worden bist. Ja, der Sonntag ist der Geburtstag des ganzen menschlichen Geschlechtes, denn wir waren verloren und wurden an diesem Tage wieder gefunden, wir waren tot und wurden wieder lebendig, wir waren Feinde und wurden versöhnt, deshalb wollen wir diesen Tag auf geistige Weise ehren, nicht durch Gastmähler und Trinkgelage, nicht durch Trunkenheit und Tanz, sondern damit, daß wir unsere ärmeren Brüdern freigebig unterstützen. Daher lege an diesem Tage Jeder, wie es Paulus den Korinthern befahl,(1. Kor. 16, 2) Etwas von seinem Vermögen für den Herrn, d. i. für die Armen zurück; denn was wir dem Geringsten unserer Brüder tun, ist ja soviel, als hätten wir es dem Herrn getan!




Was sollen wir an Sonn- und Feiertagen tun?


Wir sollen alles Sündhaft an uns ablegen und unsere Seele mit Tugenden schmücken. Ist es nicht töricht, sagt der hl. Chrysostomus, an Sonn- und Feiertagen so große Sorgfalt auf den Leib zu verwenden, die schönsten Kleider anzuziehen, köstliche Speisen auf den Tisch zu setzen etc., dagegen die vernachlässigte, befleckte, verwilderte, hungrige und unreine Seele gar nicht zu beachten? Du bringst einen geschmückten Leib, aber eine nackte und häßliche Seele in die Kirche. Den Leib sieht dein Mitmensch, dein Mitknecht, und darum liegt wenig daran, wie er beschaffen sei; deine Seele aber sieht Gott du Er wird deine Nachlässigkeit gewiß streng bestrafen. Ist also etwas Sündhaftes an dir, so lege es ab und entferne es aus deiner Seele, bevor du in die Kirche kommst; bringe vielmehr Tugenden mit, damit diese hier noch mehr gereinigt werden und du den Altar, auf dem der Gottmensch gegenwärtig ist, mit einem große und reichen Gewinn wieder verlassen kannst.




Gebet auf alle Sonntage


O Herr! Der Du den Sonntag nur zu dem Ende eingesetzt hast, damit wir an diesem Tage Dir mehr als an anderen dienen und uns Deiner Gnade teilhaftig machen: verleihe, daß wir an demselben allezeit unseren Glauben und unsere guten Vorsätze erneuern, uns zu Deinem Lobe und zur Anbetung Deiner Majestät ermuntern und so viele gute Werke, alls uns möglich ist, verrichten mögen durch unsern Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn, welcher mit Dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes. Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.




entnommen aus: Christkatholisches Unterrichts- und Erbauungsbuch, R. P. Goffine Ord. Präm., bischöfliche Approbation Rottenburg 13. August 1867 Joseph, Bischof



Dein Alltags-Kreuz

Gottes ewige Weisheit hat dir dein Kreuz gegeben als kostbarstes Geschenk. Bevor ER dir dieses Kreuz schickte, hat Er es gemustert mit Seinem allwissenden Auge. Er hat es durchdacht mit Seinem göttlichen Verstand. Er hat es geprüft mit Seiner weisen Gerechtigkeit, durchwärmt mit liebevollem Erbarmen. Er hat dein Kreuz gewogen mit Seinen beiden Händen, ob es nicht einen Millimeter zu groß, ein Milligramm zu schwer sei. Dann hat Er es noch gesegnet mit Seinem heiligen Namen, gesalbt mit Seiner Gnade, durchhaucht mit Seinem Troste. So kommt dein Kreuz aus dem Himmel als ein Gruß des gütigen Vaters.

Hl. Franz von Sales
 
 
entnommen: Aus dem Gebetsschatz der heiligen Kirche, Pfr. A.M.Weigl, kirchliche Druckerlaubnis, Regensburg 1.Februar 1973

Samstag, 10. September 2016

Ich weihe und übergebe Gott alles

Quelle: Wikipedia
Ich weihe und übergebe Gott alles was in mir ist; mein Gedächtnis und mein Tun Gott dem Vater, meinen Verstand und meine Worte Gott dem Sohn, meinen Willen und mein Denken Gott dem Heiligen Geiste, mein Herz, meinen Leib, meine Zunge, meine Sinne und all mein Leiden der hochheiligen Menschheit Jesu Christi. Er hat bereitwillig sich den Händen der Frevler überliefert und den Kreuzestod auf sich genommen.

Hl. Franz von Sales
 
 
entnommen: Aus dem Gebetsschatz der heiligen Kirche, Pfr. A.M.Weigl, kirchlische Druckerlaubnis, Regensburg 1.Februar 1973

Freitag, 9. September 2016

Welches ist das schönste Gebet

Das schönste Gebet das wir verrichten können, ist zu Gott zu sprechen: "Wie Du weißt und willst, Herr, so tu mit mir!" Oder kurz mit dem Heiland: "Ja, Vater!"

Hl. Philipp Neri
 
 
 
entnommen: Aus dem Gebetsschatz der heiligen Kirche, Pfr. A.M. Weigl, kirchliche Druckerlaubnis Regensburg, 1.Ferbruar 1973

Donnerstag, 8. September 2016

Fest Mariä Geburt

Quelle: Wikipedia
Maria ist die aufglänzende Morgenröte am Himmel der Erlösung und Gnade. Aus ihrem Schoß erhob sich, sie tausendfach überstrahlend, die Sonne der Gerechtigkeit. Maria ist nicht die Sonne selbst, aber sie geht vor ihr her; von ihr empfängt sie alles Licht, alle Herrlichkeit, alle Schönheit. Sie ist der treueste, vollkommenste geschaffene Spiegel Gottes. Weil sie dazu bestimmt war, die Mutter Gottes zu werden, war sie von Geburt an das heiligste von allen Geschöpfen.
Unter allen Heiligen teilt nur der hl. Johannes der Täufer mit ihr die Ehre der kirchlichen Feier der Geburt.
Das Fest wurde in Rom schon im 7. Jahrhundert gefeiert.


Introitus

Gruß dir, heilige Mutter, die du geboren den König, der über Himmel und Erde in alle Ewigkeit herrscht.
Aus meinem Herzen strömt ein hohes Lied: ich weih mein Werk dem König. Ehre sei.



Oratio

Wir bitten Dich, o Herr: laß Deinen Dienern das Geschenk Deiner himmlischen Gnade zukommen, damit allen, denen die Mutterschaft der seligsten Jungfrau zum Anfang des Heiles geworden, die Gedächtnisfeier ihrer Geburt den Frieden vermehre. Durch unsern Herrn.


Graduale

Gebenedeit und hochverehrt bist du, Jungfrau Maria; in unversehrter Jungfräulichkeit bist du des Heilandes Mutter geworden. Jungfrau, Gottesgebärerin! Er, Den die ganze Welt nicht faßt, Er schloß bei Seiner Menschwerdung Sich ein in deinen Schoß.
Alleluja, alleluja. Glückselig bist du, Jungfrau Maria, und allen Lobes vollkommen würdig; denn aus dir ist aufgegangen die Sonne der Gerechtigkeit: Christus, unser Gott. Alleluja.


entnommen aus Schott Meßbuch 1957 Imprimatur

Mittwoch, 7. September 2016

Am Morgen eines jeden Arbeitstages

Quelle: Wikipedia
Zu Dir, o Gott, erwache ich in dieser Morgenstunde. Das erste Wort, das meine Zunge ausspricht, ist: Gott, mein Vater! Meine erste Freude ist, daß Du bist, und daß Du mein Vater bist. Von Dir ist alles Gute, das ich bin und habe. Wessen sollte ich sein, wenn ich nicht Dein wäre? - Alles ist Dein Werk, darum sei alles zu Deiner Verehrung geheiligt. Alles was ich bin und habe, sei nur dazu tätig, Deinen Willen zu erfüllen. Vater, Dein bin ich heute und allezeit. Dein Wille geschehe an mir und an allem, was mein ist. Vater, segne meinen Vorsatz, den ich jetzt in dieser Morgenstunde vor Deinem Angesicht gefaßt, daß ich am Abend nichts zu bereuen habe. Amen.



Bischof Johann Michael Sailer

entnommen: Aus dem Gebetsschatz der heiligen Kirche; Pfr. A.M.Weigl, kirchliche Druckerlaubnis Regensburg 1.Februar 1973

Gebet von der Erschaffung des Menschen und seinem bedauernswerten Falle

Quele Wikipedia
Ich preise Dich und sage Dir Dank, heiligste Dreifaltigkeit und untrennbare Einheit, Vater, Sohn und Heiliger Geist, einzig wahrer, allmächtiger Gott, der Du die unaussprechliche Freigebigkeit Deiner Güte dartun wolltest. Darum hast Du im Anfang Himmel und Erde erschaffen, das Meer und alles, was darin ist. Von den übrigen Geschöpfen  aber hast Du zu besonderer Ehre und würde den Menschen erhoben, nach Deinem Ebenbild und Gleichnis. Du gabst ihm ja Herrschergewalt und Macht, Verstand und Weisheit, Leben und Unschuld.
Ich rühme und verherrliche Dich wegen jener überaus großen Gabe, daß Du den Menschen im Paradiese mit überfließender Wonne beschenkt hast. Er hatte ja die höheren Güter zum Genusse, die niederen zur Beherrschung; alles aber zum Besitze, daß er ohne Ende Dich lobe.
Ich preise und ehre Dich, gütigster Gott, wegen Deiner gar großen Erbarmung und Deiner unsagbaren Barmherzigkeit, daß Du den Menschen, der sündigte und all Deiner Wohltaten sich unwürdig erwies, trotz seines nicht wiedergutzumachenden Vergehens dennoch geschont hast. Seiner Schuld wegen hast du ihn, auf daß er Buße tue, aus dem Garten der Wonne verwiesen. Für seine Übertretung war er der ewigen Verdammnis verfallen und konnte keine Verzeihung erwarten. Du aber hast trotz allem nicht die Strenge der Gerechtigkeit walten lassen, sondern die Milde Deiner unaussprechlichen Barmherzigkeit. Die Last würdiger Buße hast Du ihm auferlegt, und nach langer Zeit spendetest Du das öl heißersehnter Vergebung. So ist es geschehen, daß die vernünftige Kreatur, die durch eigene Bösheit in Schuld verfiel, durch Deine Gnade gerettet wurde.
So muß jedwede gläubige Seele Dir Dank sagen. Nicht auf eigenen Kraft kann sie vertrauen, noch der Gerechtigkeit ihrer eigenen Verdienste sich rühmen.
Deine Geschöpfe sind wir, mein Gott, und durch Deine Güte bestehen wir. Durch Deine Freigebigkeit empfingen wir, was wir besitzen. Durch unsere Bosheit aber fallen wir schnell und versagen, und würden wir nicht immer wieder durch Deine Barmherzigkeit geschützt, aufgerichtet und gestärkt, wir würden zu immer schlimmeren Dingen kommen und in Bosheit uns verzehren.
Deine Erbarmungen, gütigster Gott, erflehen wir deswegen. Die Fülle Deine Milde führen wir uns vor Augen, überdenken sie in Freude und preisen sie laut. ein frommes Lobopfer bringen wir danksagend Dir dar für die Füller der uns erwiesenen Barmherzigkeit, die uns ungeratenen, der Sünde verkauften Söhnen so reichlich zuteil werden ließest.


entnommen aus: Thomas von Kempen - ein deutscher Mystiker - Leben und ausgewählte Schriften, Carl Richstaetter SJ, Imprimatur, 22.März 1939

Dienstag, 6. September 2016

Vom betrachtenden Gebet in Vereinigung mit den Engeln und allen Heiligen

Um dich der Hilfe und Gunst der Engel und Heiligen zu erfreuen, kannst du aus zweifache Weise vorgehen.

Erstens: Wende dich zum ewigen Vater; weise Ihn auf die Liebe und das Lob hin, mit dem Ihn der ganze himmlische Hof verherrlicht, und auf die Mühseligkeiten und Leiden, die die Heiligen auf Erden aus Liebe zu Ihm erduldet haben, und auf diese gestützt, bitte Seine göttliche Majestät um alles ,was dir nottut.

Zweitens: Wende dich  an die Scharen der Heiligen selbst und erbitte ihren Beistand im Kampfe gegen deine Gebrechen und wider alle deine Feinde und vor allem um ihren Schutz in der Todesstunde.
Ein anderes Mal betrachte die vielen und außerordentlichen Gnaden, die sie vom allerhöchsten Schöpfer erhielten, und erwecke in dir eine innige Liebe zu ihnen, wie auch eine lebhafte Freude über ihren Reichtum an Ganden, wie wenn sie deine eigenen wären.
Wenn möglich freue dich, daß sie und nicht du die Gnaden besitzest, weil Gott es so wollte, der dafür gelobt und gepriesen sei. Um diese Übung ordnungsgemäß und ohne Mühe vorzunehmen, kannst du die Scharen der Heiligen in Gruppen aufteilen und für ihre Verehrung die einzelnen Tage der Woche etwa auf diese Weise festlegen:
Am Sonntag verehre die neun Chöre der Engel; am Montag den heiligen Johannes den Täufer, am Dienstag die Patriarchen und Propheten; am Mittwoch die Apostel; am Donnerstag die Märtyrer; am Freitag die Bischöfe und andere heilige Männer; am Samstag die Jungfrauen und andere heilige Frauen.
Unterlasse es jedoch niemals, an jedem Tag und auch sonst recht häufig zur allerseligsten Jungfrau Maria, der Königin der Heiligen, deinem Schutzengel und dem heiligen Erzengel Michael und allen deinen heiligen Fürsprechern deine Zuflucht zu nehmen.
Auch flehe alle Tage zur allerseligsten Jungfrau Maria, zu ihrem Sohne und zum himmlischen Vater um die Gnade, daß sie dir den Gemahl Mariens, den heiligen Joseph, zum besonderen Fürsprecher und Beschützer bestellen möchten, und wende dich vertrauensvoll an ihn mit der Bitte, dir seinen mächtigen Schutz angedeihen zu lassen.
Viel Wunderbares wird von diesem glorreichen Heiligen berichtet, von den vielen Gnaden, die seine Verehrer erhalten, die ihn in ihren geistigen wie zeitlichen Nöten angerufen haben, wie er besonders viele fromme Seelen anleitete, auf rechte Weise zu beten und zu betrachten.
Hält Gott schon die übrigen Heiligen so hoch, weil sie ihm während ihres Lebens Ehre und Gehorsam erwiesen. um wieviel mehr dürfen wir da annehmen, daß er diesen überaus demütigen und glückseligen Heiligen hochschätzen und sein Gebet in Gnaden aufnehmen wird, da er bereits hier auf Erden von Gott so hoch geehrt wurde, daß ER sich ihm unterwerfen und wie einem Vater gehorchen wollte.


entnommen aus: Lorenzo Scupoli, Der geistliche Kampf, 1589, Imprimatur Abtei Marienstatt, 15.April 1934